Küstenfrischer Genuss

Bremerhaven und Cuxhaven blicken auf eine lange Fischereitradition und sind heute Zentren modernster Fischverarbeitung.
Bremerhaven ist mit mehr als 4.000 Beschäftigten und über 200.000 Tonnen Fisch pro Jahr Deutschlands größter Standort – mit über 50 % Marktanteil: Cuxhaven folgt als zweitgrößter Fischereihafen und wichtiger Standort der Branche.

Mann in Kamera blickend in einer Fischräucherei
Foto: Scheschonka
Fiedler Fischräucherei
Foto: Hartmann

Wo Fischfang Geschichte schreibt und Zukunft hat

Frischer Fisch
und maritime Vielfalt

Hier entstehen nicht nur Klassiker wie Fischfilets oder geräucherter Fisch, sondern auch innovative Produkte „Fisch vom Feld“. Neben den Produktionsbetrieben ist Bremerhaven ein Knotenpunkt der gesamten Fischwirtschaft, einschließlich Großhandel, Verpackung, Lagerung und Kühltransport. Mit einer Kühlhauskapazität von 650.000 Kubikmetern gilt der Fischereihafen als „Europas Tiefkühltruhe“.

Fischfang und -verarbeitung sind in der gesamten Region verankert. Am Fischereistandort in der Stadt Cuxhaven bietet der Neue Fischereihafen mit seinen Umschlagkais Fischtrawlern und den verschiedensten Schiffen Platz. Um den Hafen herum reihen sich Tiefkühlhäuser, Schiffsausrüster und Hallen für die Fischverarbeitung. Aber auch viele Geschäfte und Restaurants haben sich hier angesiedelt, die frischen Fisch und Fischprodukte anbieten.

Tradition trifft auf Moderne

Fischereihäfen
im Wandel

Der Fischereihafen in Bremerhaven wurde 1886 angelegt: In den Anfängen wurde der Fisch direkt von Bord der Fischereischiffe an Händler:innen verkauft – oft waren die Reeder:innen der Fischereischiffe zugleich Händler:innen: Den Fischmarkt der Stadt beschickten einheimische, niederländische, englische und dänische Fischer:innen. Die Krisen im Fischereisektor der 1970er- und 1980er-Jahre trafen auch Bremerhaven. Als Reaktion modernisierte das Land Bremen gemeinsam mit der EU den Fischereihafen umfassend. Heute ist Bremerhaven Europas führender Standort für Fischverarbeitung und Tiefkühlproduktion.

Der Krabbenfischerei haben sich die drei Kutterhäfen in der Gemeinde Wurster Nordseeküste verschrieben: Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird der Fischfang an der Wurster Nordseeküste mit Kuttern betrieben. An vielen Tagen im Jahr kann man in den Kutterhäfen Dorum-Neufeld, Spieka-Neufeld und Wremen beobachten, wie die insgesamt 14 Kutter zu ihrem Heimathafen zurückkehren oder zu ihrer nächsten Fangreise aufbrechen.

Als Fotomotiv steht die Krabbenfischerei nach wie vor hoch im Kurs wie dieses Foto aus Wremen zeigt, aber wirtschaftlich gehen die Kutterkapitäne nach drei schwachen Jahren allmählich auf dem Zahnfleisch.
Foto: Ulich
Fischverpackungsmaschine
Foto: Scheer

Fischverarbeitung und Lebensmittelsproduktion

Namhafte Unternehmen 
an zwei Standorten

Mit Frozen Fish International (Iglo), der Frosta AG, Deutsche See Fischmanufaktur, der Gastronomie- und Handelskette Nordsee sowie Transgourmet Seafood sind namhafte Großunternehmen in Bremerhaven ansässig. Auch in Cuxhaven finden sich bekannte Unternehmen wie Appel Feinkost.

Hinzu kommen hochinnovative Fischverarbeitungsbetriebe, Handels- und Vertriebsunternehmen, die Verpackungsindustrie, Kühleishersteller sowie ein Netzwerk von Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, insbesondere in den Bereichen Produktentwicklung, Lebensmittelanalytik und Qualitätssicherung.

Qualifizierung und Fortbildung

Ausgebildete Expert:innen 
für Fisch und Seafood

Die Industrie- und Handelskammer Bremerhaven bietet eine exklusive Fortbildung zum/zur Fischsommelier:in an – einzigartig in Deutschland: Der Kurs vermittelt umfassendes Wissen über Fisch und Meeresfrüchte – von Produktion und Verarbeitung über Zubereitung bis zur kompetenten Kundenberatung.

Teilnehmende vertiefen ihre Kenntnisse in Warenkunde, Fischsensorik und Qualitätsprüfung: Die Fortbildung richtet sich an Fachkräfte aus Fischindustrie, Handel, Gastronomie, Qualitätssicherung, Ernährungsberatung, Verbandswesen oder Fischzucht und qualifiziert für eine anerkannte Expert:innenrolle in der Branche.

Florian Neumann im Fischkochstudio
Foto: Masorat