Spaden: Medizinzentrum kommt in die Ortsmitte

Ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) wird in der Ortsmitte von Spaden entstehen. Auf dem brachliegenden Filet-Grundstück gegenüber der Volksbank. Die Gemeinde Schiffdorf schlägt damit zwei Fliegen mit einer Klappe.

Das zweite Medizinische Versorgungszentrum im Cuxland wird in der Ortsmitte von Spaden entstehen. Damit bekommt die Gemeinde eine gute Ärzteversorgung für Spaden, das derzeit zwei Hausärzte für seine knapp 4.700 Einwohner hat – und sie bekommt eine attraktive Belebung der Ortsmitte, die Politik und Verwaltung sich schon lange wünschen. Die Gebrüder Gerbatowski wollen auf dem fast 8.000 Quadratmeter großen Grundstück, das seit Jahren brachliegt, neben dem MVZ auch eine Tagespflege, betreutes Wohnen und ein Café bauen.

Kein Wunder, dass es auf dem Grundstück in der Spadener Ortsmitte nur strahlende Gesichter gab: Landrat Thorsten Krüger, Schiffdorfs Bürgermeister Henrik Wärner mitsamt seiner Verwaltungsspitze, Spadens Ortsbürgermeister Fredo Tiedemann, Investor Jaroslav Gerbatowski und Sören Pols, Geschäftsführer des Weser-Pflegedienstes, waren gekommen, um die Pläne der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Schiffdorfs Bürgermeister Wärner bezeichnete die Pläne als einen „Riesen-Gewinn“ nicht nur für Spaden, sondern auch für die Region. „Wir haben hier die Chance, die riesige Lücke in der Ärzteversorgung zu schließen. Und wir können mit dem Projekt eine echte Ortsmitte entwickeln“, freute sich der CDU-Mann.

Auch Spadens Ortsbürgermeister war angetan. „Das ist ein Geschenk für unsere Ortschaft. Der Ortsrat ist sehr zufrieden mit den Plänen“, sagte Fredo Tiedemann (Freie Bürger). Auch deshalb, weil sich endlich gute Lösung für das fast 8.000 Quadratmeter große Grundstück in der Ortsmitte gefunden hat.

Dass die Gebrüder Gerbatowski sich für das Grundstück interessierten, war für die Gemeinde ein Geschenk des Himmels. Er habe daraufhin den Kreis angesprochen, ob man nicht dort auch das Medizinische Versorgungszentrum ansiedeln könne, erzählt Wärner. Mit dem MVZ hat sich die Gemeinde Schiffdorf etwas geangelt, worauf manche Kommune neidvoll blicken wird. Seit 2022 läuft in Nordholz ein Pilotprojekt, mit dem der Ärztemangel auf dem Land bekämpft werden soll.

Die Idee hinter dem MVZ: Der Ärzte-Nachwuchs muss nicht mehr eine komplette Praxis übernehmen, mit all der Arbeit und der Bürokratie, die die Selbstständigkeit mit sich bringt. Stattdessen kümmert sich in diesen Ärztezentren ein hauptamtlicher Geschäftsführer um wirtschaftliche Fragen und die angestellten Ärzte können sich ganz der Medizin widmen.

In Nordholz läuft das ausgezeichnet. Für den Kreis Anlass, Ableger des erfolgreichen Konzepts im Südkreis zu planen, wo weit mehr Hausärzte fehlen als im Norden. Zumal das Land auch für weitere MVZ eine Anschubfinanzierung von über einer Million Euro bereitstellt.

Strahlende Gesichter in Spaden: Landrat Thorsten Krüger, Schiffdorfs Verwaltungsspitze, Architekt Lutz Padberg, Investor Jaroslav Gerbatowski, Sören Pols vom Weser Pflegedienst und Ortsbürgermeister Fredo Tiedemann präsentieren die Pläne für die Ortsmitte.