Startseite Sievern: Storchendorf verbucht Rekord
Die Storchensaison geht langsam zu Ende, die ersten Jungstörche sind bereits flügge. Aus diesem Grund bot Familie Twachtmann einen Storchen-Nachmittag mit Informationen rund um die Tiere an. 15 Interessierte hatten sich eingefunden. „Storchenvater“ Bernd Twachtmann berichtete über die Saison und gab Einblicke in das manchmal „menschenähnliche“ Verhalten der Tiere. Das zeige sich in Kämpfen um weibliche Tiere – oder auch darin, dass im „Nachbarnest“ in Abwesenheit der Bewohner gern einmal etwas entwendet werde.
Im Garten der Familie Twachtmann mit den vielen Storchennestern wurden die Gäste mit lautstarkem Klappern begrüßt. Das bewog einen von ihnen zu einer „Umdichtung“ des bekannten Liedes „Er klappert die Mühle am rauschenden Bach“ zu „Es klappern die Störche bei Tag und bei Nacht“. „Kaum aus dem Ei geschlüpft, fangen auch die Jungstörche an zu klappern“, erzählte Twachtmann. „Aber man hört es nicht, weil ihre Schnäbel noch zu weich sind.“
Twachtmann beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit dem Thema Störche. In den 60er-Jahren habe es einige Störche in Sievern gegeben, später mehrere Jahre überhaupt keine mehr. Auf dem 1995 erworbenen Grundstück der Familie befand sich ein verwaistes Storchennest. „Wir wollten unbedingt, dass wieder Störche nach Sievern kommen“, so die Motivation, die im Laufe der Jahre erfolgreich umgesetzt wurde.
Aktuell gibt es in Sievern 24 belegte Nester mit 22 Paaren und 59 Jungvögeln. Das ist der höchste Bestand, den es je im „Storchendorf“ gegeben hat; vier Nester sind nicht belegt. Als Grund nannte Twachtmann die Vogelgrippe, der allein in Spanien über 1.000 Störche zum Opfer gefallen seien. Im vergangenen Jahr habe es nur 27 Jungstörche gegeben.
Auf dem Twachtmann-Grundstück leben zurzeit sechs Paare mit 20 Jungstörchen. 1980 habe es im gesamten Landkreis Cuxhaven nur noch 34 Paare gegeben, aktuell seien es rund 370. „Dieser Zuwachs hängt auch mit Spanien und Portugal zusammen – viele Störche fliegen nicht mehr rüber.“
Anja Edelmann aus Schiffdorf sagte: „Ich finde, Störche sind sehr interessante Tiere, und toll ist es, dass sich hier wieder so viele angesiedelt haben. In meiner Jugendzeit gab es kaum Störche in der Umgebung. Bernd Twachtmann hat uns viel Neues erzählt.“