Rönner erwirbt die FSG-Werft

Die Rönner-Gruppe hat jetzt einen weiteren Standort: Die Bremerhavener Schiffbauer haben die Werft FSG in Flensburg gekauft.

Werft-Chef Thorsten Rönner erklärt, warum die Übernahme eine sinnvolle Ergänzung für die Gruppe ist. Vor knapp drei Jahren hatte die Rönner-Gruppe erst die Lloyd Werft übernommen. Dass jetzt eine weitere Werftübernahme möglich ist, zeigt, dass die Gruppe wirtschaftlich auf soliden Füßen steht. Verhandelt hatte Rönner über den Kauf mit Christoph Morgen. Der Insolvenzverwalter hatte seinerzeit auch den Verkauf der Lloyd Werft gemanagt.

Über 310 Mitarbeiter der FSG-Werft werden übergangsweise in eine Transfergesellschaft wechseln. Aus der heraus haben sie die Möglichkeit, durch ein Übernahmeangebot zu Rönner zu wechseln. Schiffbau ist immer noch ein schwieriger Markt. Und die Rönner-Gruppe wird einiges an Geld in die Werft investieren müssen. „Aber das ist leistbar“, sagt Thorsten Rönner. Wird die Arbeit aber künftig für alle Betriebe reichen? Und ist die Übernahme ein Risiko für die Gruppe?

„Als ich die Lloyd Werft gekauft habe, hatten auch alle vor den Risiken gewarnt“, sagt Rönner. Er ist auch dieses Mal überzeugt, das Richtige zu tun. „Das ist eine tolle Ergänzung für uns“, betont er. Die Gruppe verfügt mit Stahlbau Nord und BVT über zwei Betriebe im Stahlbaubereich. In der großen Lunehalle im Fischereihafen hatte Stahlbau Nord drei Fregatten als Unterauftragnehmer der Kieler Werft Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) für die ägyptische Marine gefertigt. Aber die Kapazitäten in der Halle sind begrenzt. „Wir haben keinen größeren Bauplatz für größere Schiffe über 130 Meter hinaus“, erläutert Rönner.

Die FSG bietet zusätzliche Möglichkeiten für den Bau größerer Schiffe. Die Lloyd Werft und die Bredo-Werft in Bremerhaven berührt das nicht. Ihr Geschäft ist nicht der Neubau von Schiffen, sie sind Reparaturwerften. Deshalb habe auch bei den Überlegungen zum Kauf der FSG die Tatsache, dass das Kaiserdock auf der Lloyd Werft wegen des Baus von Tunnelelementen blockiert ist, keine Rolle gespielt, sagt Rönner.

In Flensburg geht die IG Metall davon aus, dass auf der Werft auch der Konverterbau eine Rolle spielen wird. Bislang hat die Rönner-Gruppe vor, solche Plattformen mit Partnern auf der Lloyd Werft zu bauen. Das bleibt auch so. „Wir haben gar nicht genügend Kapazitäten, um alles allein zu machen“, betont Rönner. FSG solle künftig Komponenten zuliefern.

Zunächst wird aber Rönner, dessen Gruppe 1.700 Mitarbeiter an 19 Standorten beschäftigt, in Flensburg die sich im Bau befindende 210 Meter lange Fähre der australischen Searoad-Reederei fertiggestellen.