Neue Container-Kaje trägt auch Offshore-Riesen

Nun geht’s los mit dem Neubau der Containerkaje: Der Senat segnet das Großprojekt ab und gibt den Startschuss für den ersten und teuersten Bauabschnitt, an dem künftig auch schwerste Offshore-Bauteile umgeschlagen werden können.

Der erste Bauabschnitt zur Erneuerung der Containerterminals CT 1 bis 3a beginnt im Süden und ist 952 Meter lang. Er umfasst den CT1 und dann anschließend den CT Süd. Beide Kajen wurden Anfang der 70-er Jahre gebaut. Der Zustand ist altersbedingt schlecht. Die Stahlbetonteile, insbesondere die Wellenkammer, sind durch das Salz im Meerwasser erheblich beschädigt worden. Moderne Containerbrücken mit einem Kranausleger von 75 Metern können diese Kajen nicht mehr tragen. Und schon gar keine schweren Bauteile von Windkraftanlagen. Das soll sich jetzt ändern.

Die neue Kaje wird im Abstand von acht Metern vor das alte Bauwerk gesetzt, das mit seinen Pfählen in die Ertüchtigung einbezogen wird. Für den Bau werden Unmengen an Baumaterial benötigt. Es geht um 96.000 Tonnen Stahlbeton und 37.400 Tonnen Stahl. Sie sollen gigantischen Containerbrücken Halt geben, aber auch anderen Kränen.

BLG und Eurogate haben das Unternehmen Eco-Power-Port für den Umschlag von Windkraftanlagen gegründet. Damit das Unternehmen hier künftig arbeiten kann, wird die Kaje schwerlastfähig gebaut. Die Windkraftanlagen sind immer größer und schwerer geworden. 15 Megawatt beträgt die Leistung, die die Rotoren mit einem Durchmesser von 230 Meter dem Wind abringen. Die Fundamente solcher Anlagen wiegen fast 1500 Tonnen. Die Kaje muss es aushalten können, wenn Raupenkräne solche Schwergewichte auf kleinem Raum mit hoher Flächenlast bewegen. Zusätzliche Pfahlreihen sind dafür nötig und verstärkte Bodenplatten.

Wenn 2035 mit dem letzten Bauabschnitt die Sanierung abgeschlossen sein wird, werden nach heutiger Schätzung insgesamt 921 Millionen Euro an die Baufirmen überwiesen worden sein. Für den Baubeginn am ersten Bauabschnitt hat das Land 20 Millionen Euro bereitgestellt. Weitere 20 Millionen nimmt das Land aus dem Sondervermögen Infrastruktur des Bundes. 40 Millionen Euro erwartet der Senat aus dem Verteidigungshaushalt, nachdem der Bund 1,35 Milliarden Euro für die Ertüchtigung des Hafens als Nato-Drehscheibe bewilligt hat.

Der Vorsitzende des Bremerhavener Interessenverbands Container sprach von einem „wunderbaren Geschenk für den Hafen“. Jörg Schulz dankte im Namen des Verbands allen, die dazu beigetragen haben.