Nachhaltiger Kraftakt an der Wurster Nordseeküste

Nachhaltigkeit ist mehr als ein Schlagwort – von naturnahen Gärten über Fahrradrecycling bis zu modernen Kitas steuert die Gemeinde Wurster Nordseeküste Richtung Zukunft.

Naturnahe Gärten, Fahrradrecycling, Lastenrad-Sharing, die Aktivitäten der NABU-Arbeitsgruppe „Gartenlust und Blütensaum“ und des Vereins „Neue Pfade“, das Nationalpark-Haus Wurster Nordseeküste – Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit spielen vielerorts in der Gemeinde Wurster Nordseeküste längst eine Rolle.

Auch die Einstellung einer Fördermittel-Managerin, ein Stipendium für Sozialassistentinnen und angehende Erzieherinnen sowie die kontinuierliche Modernisierung von Kitas und Grundschulen verbucht die Kommune bereits auf der Haben-Seite. Doch es geht um mehr als das.

Vor gut zwei Jahren hat sich die Kommune auf die Fahne geschrieben, nachhaltiges Handeln in der Gemeinde bewusst zu initiieren, zu stärken und zu verankern. Ziel ist es, das unmittelbare Lebensumfeld für die Zukunft zu rüsten und für nachfolgende Generationen attraktiv zu gestalten.

Angeschoben wurde das Mammutvorhaben von der Gemeinde Wurster Nordseeküste mit Hilfe von Mitarbeitern der Organisation „Kommunale Umwelt-Aktion“ (UAN), die hinter dem Projekt steht. Es folgte eine Bestandsaufnahme sowie die Gründung einer Arbeitsgruppe.

Die gelernte chemisch-technische Assistentin Sonja Thomas koordiniert die Nachhaltigkeitsaktivitäten in der Gemeinde. Erfahrungen bringt sie von ihrem vorherigen Job bei der Stabsstelle für Nachhaltigkeit und Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Nachbarkommune Geestland mit.

Damit sich jeder Bürger in der Gemeinde mitgenommen fühlt, hat die Kommune das Projekt als Beteiligungsprozess angelegt. Gleich zu Beginn fanden sich interessierte Menschen in einer AG Nachhaltigkeit zusammen, einem Arbeitskreis, der Bürgern, Verwaltungsvertretern, Kommunalpolitikern, Vereinen, Schulen und Umweltinitiativen offensteht.

In den Folgemonaten hat die AG Nachhaltigkeit gemeinsam mit der Gemeinde in mehreren Strategieworkshops darum gerungen, welche Nachhaltigkeitsziele für die Gemeinde Wurster Nordseeküste besonders wichtig sind. Als Wegweiser diente die Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung. Diese wurden 2015 von 193 Staats- und Regierungschefs auf dem Gipfeltreffen der Vereinten Nationen in New York verabschiedet.

Die Wurster Gruppe verständigte sich auf fünf Handlungsfelder: 1. Klima und Nachhaltigkeit; 2. Natürliche Ressourcen und Umwelt; 3. Digitales und Kommunikation; 4. Demografie, gesellschaftliche Teilhabe und Gender sowie 5. Mobilität.

Parallel dazu konnten Gemeindebewohner ihre Ideen und Wünsche zu den Schwerpunkten in einer digitalen Karte eintragen. Jede Idee wurde anschließend diskutiert und ausgewertet.

Für ihre engagierte Arbeit wurde der Gemeinde unlängst das Label „Nachhaltige Kommune 2025/26“ verliehen. Nun wird in der AG Nachhaltigkeit an der Umsetzung der fünf Handlungsfelder der Zielvereinbarung gearbeitet, berichtete Sonja Thomas.

So wird es bereits in Kürze zum Handlungsfeld „Klima und Energie“ eine Klimakiste geben, die eine Wärmebildkamera enthält. Diese soll für Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde ab Mitte Januar ausleihbar sein. Außerdem stehen Infoveranstaltungen zu Energiethemen wie „Energiesparen für Hausbesitzer“ auf der Agenda.

Des Weiteren will die AG Nachhaltigkeit das Thema Begegnungsstätten für Vereine und Gruppen in der Gemeinde forcieren. Und für Februar ist eine gemeinsame Aktion mit dem Verein „Neue Pfade“ zur naturnahen Gestaltung von Gärten und Grünanlagen geplant.

Ganz konkret ist ein Treffen zum Thema Fahrradmobilität, das am 20. Januar, ab 18 Uhr im Dorumer Rathaus stattfindet.

Das nächste große Treffen der AG Nachhaltigkeit plant Sonja Thomas für März. Für den Erfolg des Projekts ist es entscheidend, dass die Umsetzung auf breiten Schultern ruht und das Team weiter wächst, sagt Sonja Thomas.