Güterumschlag: Mehr Gleise für die Hafenbahn

Der Bremer Senat investiert 56 Millionen in den Ausbau der Hafenbahn in Bremerhaven, um Güter noch effizienter abfertigen zu können.

Wo sonst manchmal Schiffshörner erklingen, hupten die Züge anlässlich des Spatenstichs in Speckenbüttel eine kleine Tonfolge: Der Hafenbahnhof in Bremerhaven wächst. Vertreter von Politik und Wirtschaft haben am Freitagvormittag den Start eines Millionen-Bauprojekts gefeiert.
Hinter dem Gewerbegebiet Grauwallring liegt der zentrale Knotenpunkt des Schienengüterverkehrs in den Bremischen Häfen. Verladen werden Güter in Bremerhaven nicht nur auf Lastwagen oder andere Schiffe. Über die Hälfte des Container-Hinterlandverkehrs wird in Bremerhaven über die Schiene abgewickelt.
Zudem rollen rund 80 Prozent des RoRo-Umschlags der Bremischen Häfen über die Gleise – von Autos über landwirtschaftliche Geräte bis zu Militärfahrzeugen. 56 Millionen hat der Bremer Senat nun in ein Vorhaben investiert, das diese Abwicklung noch effizienter und leistungsfähiger machen soll. „Das ist eine strategische Investition in die gesamte Hafenlogistik“, freut sich die bremische Senatorin für Wirtschaft und Häfen, Kristina Vogt (Linke). Zusammen mit Robert Howe von Bremenports und Bremerhavens Bürgermeister Torsten Neuhoff (CDU) hat sie den ersten Spatenstich für das Projekt symbolisch vollzogen.
Warum sind die sieben neuen Gleise – jedes von etwa 750 Metern Länge – so wichtig? Ankommende Züge haben Container für verschiedene Hafenbetreiber oder Ziele. Auf den Vorstellgleisen werden diese Container sortiert und es wird rangiert. Dann rollen die verschiedenen Züge zu ihrem neuen Bestimmungsort.
Künftig sollen nun sieben zusätzliche Vorstellgleise statt bisher 16 sowie ein modernes elektronisches Stellwerk diese Prozesse optimieren. Bis Ostern 2028 soll gebaut werden. „Jedes Gut, das über die Schiene transportiert wird, ist ein Laster weniger, der Bremerhaven und seine Bürger mit Lärm und Abgasen belastet“, sagt Neuhoff.
Die ausführende Baufirma Fricke aus Rostock plant, mit gutem Beispiel voranzugehen. „Wir möchten 90 Prozent der Materialien für den Bau der Gleisanlage auch über die Schiene hertransportieren. Für 75 Prozent haben wir schon die Zusage“, sagt Klaus Fricke beim Festakt.

Das Baufeld ist vorbereitet: Hier entstehen die neuen Gleise.