Startseite Maersk und Eurogate wollen Milliarde investieren
„Wir bei Maersk planen gemeinsam mit unserem langjährigen Partner Eurogate rund eine Milliarde Euro in die Modernisierung des North Sea Terminal Bremerhaven zu investieren und unsere strategische Partnerschaft für Jahrzehnte zu verlängern“, sagte Maersk-Chef Vincent Clerc.
Der Umschlag soll vollständig elektrifiziert werden, teilten die Unternehmen mit. Mit dem Einsatz erneuerbarer Energie soll zudem der Ausstoß von Treibhausgasen so weit wie möglich reduziert werden. Bremerhaven gehört neben Hamburg und Wilhelmshaven zu den Häfen mit dem größten Containerumschlag in Deutschland. Bisher werden in Bremerhaven jährlich knapp drei Millionen Standard-Container (TEU) umgeschlagen, künftig sollen es vier Millionen sein.
Das Terminal soll zu einer der effizientesten und resilientesten Umschlaganlagen seiner Art weltweit werden, heißt es in der Mitteilung weiter. „Wir wollen das Terminal langfristig zukunftssicher machen und gleichzeitig die Zuverlässigkeit und Resilienz der Lieferketten für die deutsche Wirtschaft stärken“, kündigte Clerc an. APM Terminals ist ein Tochterunternehmen von Maersk.
Maersk-Sprecher Rainer Horn betonte, dass das Containerterminal in Bremerhaven mit der geplanten Milliarden-Investition „auf das Niveau unseres Vorzeigeterminals Maasvlakte II in Rotterdam gehoben“ werde. Damit gehe eine Automatisierung und Digitalisierung der Abläufe einher – „und last not least: Zero-Emissions im Betrieb“, so Horn.
Der dänische Logistikkonzern und Eurogate befänden sich „in fortgeschrittenen Verhandlungen für eine langfristige Partnerschaft“, teilten die Unternehmen mit. Die geplanten Investitionen seien jedoch noch abhängig von internen und externen Genehmigungen. Auch die umstrittene Vertiefung der Außenweser sei ein Thema.
„Wie bei jeder Investition dieser Größenordnung steht das Vorhaben noch unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen. Unsere Überzeugung vom Projekt, vom Standort und von den Menschen ist jedoch klar“, betonte Maersk-Chef Clerc. Ziel sei es, dass der Umschlag in Bremerhaven wachse und man mit Rotterdam und Antwerpen mithalten könne.
Eurogate-Chef Michael Blach stellte heraus, dass der angekündigten Großinvestition drei Jahre intensiver Arbeit vorausgegangen seien. Er brachte seine Hoffnungen darüber zum Ausdruck, dass das Containerterminal durch den Deal auf ein Niveau gebracht werde, „auf dem wir für die nächsten Jahrzehnte sehr gut mithalten können“.
Es werde noch einige Wochen dauern, bis der Vertrag zwischen Maersk und Eurogate endgültig unterschrieben werde. „Das ist ein riesiges Vertragswerk“, sagte Blach. „Wir haben uns auf die großen Rahmenbedingungen schon geeinigt. Deshalb sind wir sehr zuversichtlich. Wir sind auf dem richtigen Weg dahin.“ Jetzt müssten noch letzte Details geklärt werden.
Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte begrüßte die Pläne. „Dass sich mit Maersk ein Weltmarktführer so stark in Bremerhaven engagiert, ist ein eindrucksvoller Beleg für die Leistungsfähigkeit unserer Häfen“, meint der SPD-Politiker. Er brachte seine Hoffnung auf eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Hafens zum Ausdruck.
„Es gibt eine gute Perspektive für Bremerhaven“, betonte der Regierungschef. Das gelte auch für die 1,35 Milliarden Euro an Hafeninvestitionen vom Bund. „Wir hoffen natürlich, dass diese Perspektiven weitere Investitionen nach sich ziehen“, betonte Bovenschulte. Zudem sei der Bund gefordert, „die Außenweservertiefung weiter voranzutreiben und zügig umzusetzen.“