Startseite Ganztagsschulen: Loxstedt investiert Millionen
Die Ganztagsschule für die Grundschüler kommt. Ab 1. August hat jeder Erstklässler in Niedersachsen den Anspruch, acht Stunden am Tag betreut zu werden. In Loxstedt wie in vielen anderen Gemeinden werden sofort sämtliche Klassen mit dem Ganztag starten. Die Stadtrandgemeinde lässt sich das eine Menge kosten.
Loxstedts Bürgermeister ist der Frust nur noch wenig anzumerken. Bis zu 70 Prozent der Baukosten wollte der Bund eigentlich übernehmen, übrig geblieben sind rund 700.000 Euro. Aus der Sicht von Detlef Wellbrock ein Tropfen auf den heißen Stein. Zusammen mit seinen Kommunalpolitikern hatte der Verwaltungschef große Pläne geschmiedet, um seine Grundschulen fit zu machen für die Ganztagsbetreuung.
Das passiert jetzt auch. Die Grundschulen in Stotel und Bexhövede werden im Frühjahr für je 3,5 Millionen Euro mit Mensen und Differenzierungsräumen ausgestattet. Bexhövede bekommt zudem für weitere 5 Millionen Euro eine neue Sport- und Veranstaltungshalle. Und in Loxstedt, wo die über 50 Jahre alte Grundschule in der Claus-Gieschen-Straße aus allen Nähten platzt, soll nun doch eine neue Grundschule gebaut werden.
Zwischenzeitlich stand das mal infrage. Weil das Geld aus Berlin nicht fließt, zögerten Politik und Verwaltung. Schließlich werden für den Neubau mindestens 15 Millionen Euro anvisiert. Jetzt hat man sich trotzdem dazu entschlossen, den Startschuss für die Bauleitplanung zu geben. Die neue Schule soll auf einem 2,8 Hektar großen Grundstück östlich vom Kreissportplatz entstehen, in direkter Nachbarschaft zum Schulzentrum.
Die Gemeinde ist derzeit dabei, die Planung für einen Architekten EU-weit auszuschreiben. Ob angesichts des ausbleibenden Geldregens aus Berlin gleich das komplette Gebäude für 16 Klassen gebaut wird oder die neue Schule in einzelnen Abschnitten entsteht, ist offen. „Das wird der neue Gemeinderat nach der Kommunalwahl entscheiden“, macht Bürgermeister Wellbrock deutlich.
Die Ganztagsschule wird in Loxstedt also erst mal mit einer Übergangslösung starten. „Wir werden übergangsweise eine Mensa dort schaffen, wo bislang die Tafel untergebracht war. Dort ist auch eine Küche vorhanden“, sagt Wellbrock. Die Lebensmittelausgabe für Bedürftige ist in die Mehrzweckhalle in Nesse umgezogen.
Die Millionen, die die Kommune in die Aus- und Neubauten für die Ganztagsbetreuung steckt, sind beileibe nicht das einzige Geld, das die Gemeinde für den Ganztag ausgibt. Der Gemeinderat hat jetzt finanzielle Mittel für die Betreuung an den Freitagen, während der Ferien sowie für weiteres Personal. Alles Dinge, die aus Sicht des Bürgermeisters nicht Sache der Kommune sind. „Für den Betrieb der Ganztagsschule ist eigentlich das Land zuständig, macht es aber nicht“, stellt Wellbrock klar.
Doch das Betreuungskonzept hat an vielen Stellen Lücken. „Und da wir möchten, dass das Ganze einen guten Start nimmt, springen wir ein“, betont der Bürgermeister. Mit fast 450.000 Euro. Davon wird unter anderem die Aufstockung der Stundenzahl für die Sekretärinnen bezahlt, ein weiterer Bundesfreiwilligendienstler (Bufdi) eingestellt, der bei der Betreuung der Kinder hilft, sowie mehrere Hauswirtschaftskräfte, die sich um die Essensausgabe in der Mensa kümmern.
Zudem wird die Gemeinde die Betreuungslücken füllen, die es noch gibt. Zum einen zahlt das Land die Nachmittagsbetreuung am Freitag erst mal nur für die Erstklässler, die ab 2026 einen Rechtsanspruch haben. Für die Zweit- bis Viertklässler springt die Gemeinde ein, damit auch sie fünf Tage betreut werden. Und die Gemeinde beteiligt sich an den Kosten für die Ferienbetreuung. Denn künftig können Schulkinder auch während eines Teils der Ferien betreut werden.