Startseite Landkreis gründet Rettungsdienst-Schule
Bei der Neuaufstellung des Rettungsdienstes im Kreis Cuxhaven geht es zügig voran. Vor einem Jahr hat der Kreis Cuxhaven den Rettungsdienst in eigener Regie übernommen, um ihn effizienter und schlagkräftiger zu machen. Im September dann hatte der Geschäftsführer der neuen Rettungsdienst Cuxland GmbH drei neue Standorte für Rettungswachen angekündigt, zwei Monate später verkündete die Kreis-Spitze, dass in der neuen Geschäftsstelle der GmbH in Beverstedt eine Rettungsdienst-Schule eröffnet werden soll.
Lars Oehmke, Geschäftsführer Rettungsdienst Cuxland GmbH, und Betriebsleiterin Christina Brockmeyer stellten das Konzept in der Sitzung des Ordnungsausschusses vor. Die Schule, so Oehmke, sei von großem Vorteil für den Kreis, auch weil es einen großen Bedarf an Sanitätern gibt. „Im Moment schicken wir die Leute an unterschiedliche Schulen, zum Teil weit weg. Das ist teuer, zudem sind die Plätze überall begrenzt.“
Mit der eigenen Rettungsdienst-Schule könne man die Fachkräfte vor Ort – und hier in der Region halten, so Oehmke. In Beverstedt will man erst einmal Notfallsanitäter ausbilden, die höchste Qualifikation abseits der Ärzte im Rettungswagen. Die Ausbildung läuft über drei Jahre, die Azubis absolvieren während dieser Zeit insgesamt 4600 Stunden. Den Großteil davon in der Schule und im Rettungswagen, wo sie von Beginn an mitfahren, einen kleineren Teil in den Krankenhäusern in der Region.
Der Kreis will im September mit 14 Auszubildenden starten, die Zahl der Schüler soll dann schrittweise aufgestockt werden. 2027 sollen 20 neue Azubis kommen. 2029 soll die Schule dann mit 60 angehenden Notfallsanitätern in den Vollbetrieb gehen. Das sei auch nötig, unterstrich Rettungsdienst-Geschäftsführer Oehmke. Denn: „Im Schnitt bleibt ein Notfallsanitäter sechs bis acht Jahre, dann sucht er sich einen anderen Job.“ Man brauche also ständig Nachwuchs.
Dabei wird das neue Bildungszentrum auch über den eigenen Bedarf der Rettungsdienst GmbH hinaus ausbilden, wenn die Schüler an anderen Rettungswachen gebraucht werden. „Bei uns hat zum Beispiel schon eine große Berufsfeuerwehr angefragt, die mit uns kooperieren möchte“, erzählte Oehmke.
Drei Medizinpädagogen will beziehungsweise hat die GmbH schon eingestellt. Aber unterrichten werden auch Fachdozenten wie Hebammen und Notärzte, die jeweils als Honorarkräfte angeheuert werden.