Hochschule feiert 25 Jahre Medizintechnik-Studium

Das Zahnimplantat, die Sonnenbrille vom Optiker, die Smartwatch am Handgelenk – all das sind Produkte, die ohne Medizintechnik nicht denkbar wären. Seit 25 Jahren tragen auch Dozenten und Studenten der Hochschule Bremerhaven dazu bei.

Prof. Dr. Susanne Reimann lehrt an der Hochschule Bremerhaven: „Medizintechnik-Produkte sind reichlich im Einsatz.“ Ob Implantate oder Blutzuckersensoren: „Medizintechnik begleitet uns von der Wiege bis zur Bahre.“ Prof. Dr. Olaf Eick, seit 2003 an der Hochschule, erinnert sich: „Wir haben mit einfachen Mitteln angefangen – und heute können wir Dinge, die damals wie Science-Fiction klangen: Wir bringen Herzen aus dem Schlachthof im Labor wieder zum Schlagen.“

Eicks Projekt „Beating Heart“ nutzt Schlachthoforgane für medizinische Forschung. „Die Idee ist, Tierversuche zu reduzieren, indem wir Organe, die sonst verwertet würden, für die Forschung nutzen.“ Ethik und Technik gehen hier Hand in Hand – denn die Gesellschaft altert und der Bedarf an Innovationen wächst.

„In einer alternden Gesellschaft wird Medizintechnik zur Schlüsseltechnologie“, erklärt Prof. Dr. Klaus Eickel. Er ist überzeugt: „Die nächsten 25 Jahre in der Medizintechnik werden noch spannender als die vergangenen.“ Studiengangsleiter Prof. Dr. Michael Schwarze kennt die Wirkung: „Ich habe Patientinnen und Patienten kennengelernt, die mit Schmerzen kaum 100 Meter gehen konnten – und mit einem Implantat aus dem 3D-Drucker wieder Marathon laufen.“

Auch Künstliche Intelligenz ist dabei längst kein Zukunftsthema mehr. „Wir nutzen maschinelles Lernen, um Tumore in Echtzeit zu erkennen oder MRT-Untersuchungen zu beschleunigen. Das spart nicht nur Zeit, sondern rettet Leben“, betont Prof. Dr. Richard Rascher-Friesenhausen. Mitarbeiter Jens Murken, der seit Beginn des Studiengangs Studierende in den verschiedenen Laboren unterstützt, stellt die großen Fragen: „Wenn ein Parkinson-Patient durch Tiefenhirnstimulation wieder Auto fahren kann, wie rechnet man das gegen die Kosten der OP?“

Studentin Kirsten Schmidt-Robbers hat ihren Weg gefunden: „Früher dachte ich, Medizintechnik sei nur etwas für Ärztinnen und Ärzte. Doch heute sehe ich: Hier kann ich mitgestalten – ob in der Forschung, in Kliniken oder in Start-ups.“ Mathematik sei kein Hindernis: „Wenn man für Medizin und Technik brennt, schafft man das.“

Das Medizintechnikteam der Hochschule Bremerhaven forscht seit mittlerweile 25 Jahren daran, wie wir komfortabel und gesund älter werden.