High Swing: Spitzensicht von Höhenschaukel

„Gigantisch!“, „Mega!“ – die ersten Besucher auf der neuen High Swing Bremerhaven in 86 Meter Höhe auf dem Atlantic Hotel Sail City sind begeistert. Beim Soft Opening trauten sich manche schon vor der offiziellen Eröffnung in die Lüfte.

Roland Kuhring ist der Allererste, der sich in 86 Meter Höhe auf die neue High Swing Bremerhaven auf dem Atlantic Hotel Sail City traut. „Ich bin früher als Maler sogar auf Kirchtürmen rumgeklettert. Das macht mir nichts“, sagt er vor dem Schaukeln selbstbewusst, während Mitarbeiter des Anbieters Bungee.de ihm sein Sicherungsgeschirr anlegen.

Roland Kuhring ist 65 Jahre alt und damit nicht nur der erste zahlende Gast auf der neuen Bremerhavener Attraktion, sondern zumindest am ersten Tag auch gleich der älteste.

Offiziell eröffnet die High Swing Bremerhaven erst am Donnerstag, 2. Juli, zum Start der Sommerferien in Bremerhaven. Dann müssen im Internet vorab feste Termine gebucht werden. Aber der Betreiber Bungee.de wollte schon mal ohne große Ankündigung und Anmeldung den Probebetrieb starten.

Soft Opening nennt sich das auf Neudeutsch. Wer zufällig auf der Plattform die Aussicht genießt, kann spontan schaukeln. Zur Feier des Tages gibt es ein paar Euro Rabatt.

Gut gesichert tritt Roland Kuhring an die Kante des Podests, auf dem die Schaukel auf der oberen Plattform des Hochhauses steht. Er setzt sich auf den Sitz. „Wie ist die Stimmung?“, fragt ihn ein Mitarbeiter, Christian de Vries. „Noch gut“, antwortet Kuhring. Dann zieht ihn de Vries zum Schwung holen ein bisschen zurück und schiebt ihn an, über die Kante.

Roland Kuhring schaukelt los, und er macht das erstaunlich entspannt. „Jawohl. Höher. Weiter. Genieß es“, ruft ihm seine Frau Susanne zu. Das lässt sich Kuhring nicht zweimal sagen. Ganz lässig schaukelt er über den 86 Meter hohen Abgrund. Das Bemalen von Kirchtürmen ist offenbar ein gutes Training. Die anderen Besucher auf der Plattform schauen fasziniert zu, filmen, machen Fotos.

Fünf Minuten dauert das Schaukeln auf der High Swing in der Regel. Doch da heute keine Termine vorab vergeben wurden, schauen die Mitarbeiter nicht so genau auf die Uhr.

Schließlich ist Roland Kuhring fertig und lässt sich von Christian de Vries bremsen. Anschließend steigt er die Treppe vom Podest herab, unter dem Applaus seiner Frau und seiner Bekannten.

Kuhring wirkt ganz cool, aber er äußert sich begeistert. „Die Sicht beim Schaukeln ist spitzenmäßig. Das war einfach gigantisch und der Wahnsinn“, sagt er hinterher. „Da hat man ein richtig schönes Kribbeln. Einfach toll.“

Und seine Frau sagt: „Wir gucken jetzt immer von unserem Balkon zu.“ Denn die beiden wohnen seit kurzem im 10. Stock des Columbuscenters. Von dort konnten sie auch schon beobachten, wie die Schaukel aufgebaut wurde.

Ursprünglich stammen sie aus dem Siegerland in Nordrhein-Westfalen. Doch nun im Ruhestand haben sie sich in Bremerhaven niedergelassen. „Wir mögen die Stadt, weil sie so viel zu bieten hat“, sagt Roland Kuhring begeistert.

Und dann traut sich auch die offiziell erste Kundin auf die High Swing. Tatjana Lange ist spontan mit ihrem Mann aus dem Kreis Lippe in Nordrhein-Westfalen zu einem Tagesausflug nach Bremerhaven angereist. „Ganz ohne Plan“, sagt die 44-Jährige. „Die Schaukel haben wir nur zufällig auf der Aussichtsplattform entdeckt. Aber das wollte ich sofort ausprobieren.“

Zunächst kämpft Tatjana Lange etwas damit, ihren langen Rock in das Sicherungsgeschirr zu zwängen. Doch dann schaukelt sie über den Abgrund, als hätte sie nie etwas anderes gemacht.

„Einfach mega. Richtig schön“, sagt sie hinterher. „Am Anfang ist man etwas nervös, aber dann fühlt man sich völlig sicher.“ Die Mitarbeiter hätten ihr alle Sicherungsmaßnahmen gut erklärt. „Da fühlt man sich absolut in guten Händen“, sagt sie begeistert.

Der Bremerhavener Roland Kuhring ist der erste zahlende Gast auf der High Swing-Schaukel 86 Meter über den Havenwelten. Das muss sein Bekannter Oliver Boek natürlich filmen.