Startseite Touristenattraktion: Hafenbus feiert Jubiläum
„Hinter dem Schlagbaum beginnt das unbekannte Land, ein Labyrinth aus Blechboxen.“ So hat die NORDSEE-ZEITUNG vor 25 Jahren getitelt, als der Hafenbus am 13. April startete.
Gästeführer wie Dagmar Riepenhusen nennen den Überseehafen „verbotene Stadt“, die man als Nicht-Hafenarbeiter nur per Hafenbus entdecken kann. „Wir zeigen keine Burgen und Kathedralen, sondern Docks und Kräne“, wird ein Gästeführer zitiert.
Bremerhavens Touristikchef Michael Gerber freut sich über das, was seine Vorgänger vor 25 Jahren einrichteten: „Das authentische maritime Erlebnis hat Touristen und Einheimische gleichermaßen begeistert.“ Stolz kann er berichten, dass pro Jahr im Schnitt 25.000 Menschen die Tour buchen, in der Spitze sogar 38.000 Gäste. Einmalig – vergeblich sucht man ein solches Erlebnis in Rotterdam oder Hamburg.
Im NZ-Archiv ist zu lesen, dass der frühere Tourismuschef Hennig Goes von der Idee lange geträumt habe. Aber offenbar hat erst ein Wechsel im Team von BLG und Eurogate dazu geführt, dass man sich 2001 für die Touristen geöffnet hat.
Eine Erfolgsstory Bremerhavens, die auch heute noch auf die Zusammenarbeit mit den Hafenbetreibern baut – und auf Bremerhaven-Bus. Während der erste Hafenbus, ein ausrangierter Berliner Omnibus „oben ohne“ gewesen ist, fahren heute zwei Doppeldecker die Touren. Regulär startet sie wie vor 25 Jahren um 14 Uhr.
Auf 25.000 Kilometer pro Jahr kommt der Hafenbus, auch mit Zusatzfahrten in der Saison sowie Charterfahrten. Dagmar Riepenhusen, die für ihre Gäste aktuell das Geschehen um die Schiffe recherchiert, kommt auf 1.226 Touren in 24 Jahren.
Die Tour buchen nicht nur deutschsprachige Touristen oder Bremerhavener. Es gab eine Gruppe Tuareg, die stilecht in Gewändern den Bus betraten, eine Delegation der NATO, Menschen aus Iran, Afghanistan, Karibik und Australien. Die live moderierte Fahrt wird auf Deutsch, Englisch, Französisch und Plattdeutsch angeboten.
Es gab kuriose Erlebnisse: Ein Anruf bei der Lloyd-Werft war fällig, als eine feucht-fröhliche Clubtour es nicht aushalten konnte und einige Herren gut gelaunt bei der Lloyd-Werft ins nächste Dock pinkelten.
Viel schöner war es laut Riepenhusen mit einer Chartertour, deren Teilnehmer auf Selbstfindungstrip waren: Zum Abschluss atmeten alle gute Seeluft und das „OM“ vom Containeraussichtsturm. Die Gästeführerin erinnert: „Alle waren glücklich – ich auch.“
Der Hafenbus wird entwickelt – neu sind Lichterfahrten, die den Hafen am Abend zeigen. Sie finden im Sommer ab 21 Uhr statt. Wer wie der Hafenbus in diesem Jahr 25 Jahre alt wird, darf gratis mitfahren.