Startseite Gesundheitshaven: Ärzte legen in Start-up-Praxis los
Im Oktober fängt dort ein neuer Kinderarzt an. Auch ein Hausarzt soll im vierten Quartal dieses Jahres starten, teilt Christoph Fox, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) im Land Bremen, mit.
„Wir haben die Hoffnung, dass es bereits am 1. Oktober losgehen kann“, sagt Fox. Beide Ärzte wollen jeweils mit einem vollen Sitz starten. Fox hat weitere gute Nachrichten im Gepäck: „Es laufen noch Gespräche mit zwei weiteren Kandidaten.“
Möglicherweise könne das Team im Gesundheitshaven daher noch um eine weitere Kinderärztin und einen Allgemeinmediziner erweitert werden. Der erste Kinderarzt wird bereits ab August eingestellt. „Wir begleiten ihn intensiv“, sagt Fox. „Dazu gehört auch, dass er im August bereits Praktika in Kinderarzt-Praxen in Bremerhaven und Bremen absolviert.“
Es sei in Zeiten des Ärztemangels nicht einfach gewesen, Ärzte für den Gesundheitshaven in Bremerhaven zu gewinnen. Daher habe es auch länger gedauert, bis die Praxis nun starten könne. „Wir haben versucht, alle Register zu ziehen“, sagt Fox. Gezogen habe am Ende aber auch, dass die Start-up-Praxis in dieser Form in Deutschland einmalig sei. Ursprünglich war geplant, bereits Anfang 2026 mit neuen angestellten Ärzten zu starten.
Derzeit werden noch Medizinische Fachangestellte für den Gesundheitshaven gesucht. „Interessierte können sich gerne bei der Kassenärztlichen Vereinigung melden“, sagt Fox.
Um dem Mangel an Haus- und Kinderärzten in Bremerhaven entgegenzuwirken, startete das Projekt Gesundheitshaven 2025. Die von der Kassenärztlichen Vereinigung und den regionalen gesetzlichen Krankenkassen getragene Start-up-Praxis soll jungen Medizinern den Einstieg in die Selbstständigkeit erleichtern. Um die Versorgung vor Ort zu stärken, wurde der Gesundheitshaven als bundesweit einmaliges Modell ins Leben gerufen.
Das Konzept sieht vor, Ärzten zunächst ein Anstellungsverhältnis mit wettbewerbsfähigem Gehalt zu bieten, um ihnen den Schritt in die Selbstständigkeit ohne finanzielles Risiko zu ermöglichen. Ein spezielles Ansparmodell, die „Bremerhaven-Prämie“, soll zusätzlich motivieren, nach der Anstellungsphase eine eigene Praxis in der Stadt zu gründen oder zu übernehmen.
Das Projekt wird von allen Krankenkassen im Land Bremen mit jährlich mehr als 360.000 Euro unterstützt, die KV bewilligte eine Anschubfinanzierung von über 600.000 Euro. Die Initiative stieß auf breite politische Zustimmung und wurde als wichtiger Schritt zur Sicherung der ambulanten Versorgung in der Stadt gewertet.