Startseite General Atomics kommt nach Nordholz
Nach Airbus will sich mit General Atomics Europe ein weiterer bedeutender Rüstungs- und Luftfahrtkonzern im Industriegebiet Wanhöden in der Gemeinde Wurster Nordseeküste ansiedeln. Hintergrund ist der geplante Ausbau des Marinefliegerstandorts Nordholz: Dort sollen bis 2030 nahezu 50 NH90-Hubschrauber der Typen Sea Lion und Sea Tiger sowie acht Seefernaufklärer P-8A Poseidon stationiert werden.
Mit der Verlegung wächst auch der Bedarf an Wartung und Instandhaltung erheblich. Bereits in der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass die Unterstützung aus der Industrie vor Ort für die Nordholzer Marinefliegern unerlässlich ist. Zwar entstehen auch auf dem Gelände des Marinefliegergeschwaders weitere Hallen und Werkstätten für die neuen Luftfahrzeuge. Darüber hinaus sollen jedoch auch auf dem benachbarten Industriegebiet mit direkter Flughafenanbindung zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden.
Als Gemeindebürgermeister Jörg-Andreas Sagemühl Ende 2024 berichtete, die Nachfrage nach Baugrundstücken im Industriegebiet Wanhöden am Zivilflughafen Cuxhaven/Nordholz habe deutlich zugenommen, gab es keine Zweifel daran, dass das Gewerbegebiet bei Herstellern von Militärgerät vor allem wegen des Ukraine-Kriegs und der zunehmenden weltpolitischen Spannungen an Bedeutung gewonnen hatte.
Ende 2025 gab Airbus als erstes Unternehmen bekannt, im Industriegebiet Wanhöden bis 2028 einen eigenen Wartungshangar zu errichten und die Marine mit über 100 Mitarbeitern bei der Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft unterstützen zu wollen.
Nun folgt General Atomics Europe. Das Unternehmen will seine Wartungs- und Instandhaltungskapazitäten für Luftfahrtsysteme ausbauen und dafür die Infrastruktur bereitstellen. Außerdem sollen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, künftig das unbemannte Luftfahrzeugsystem MQ-9B Sea Guardian der Deutschen Marine technisch unterstützen zu können.
Ein Meilenstein für das Vorhaben ist gerade erreicht: General Atomics Europe hat ein rund 40.000 Quadratmeter großes Grundstück mit direkter Flughafenanbindung gleich neben dem Marinefliegerstützpunkt Nordholz erworben. Betreiber des Standorts soll künftig die General Atomics Aerotec Systems GmbH sein, die eng mit der US-amerikanischen General Atomics Aeronautik Systems, Inc. zusammenarbeitet.
Der deutsche Flugzeughersteller General Atomics Aerotec Systems ist Originalhersteller der Do228, die weltweit für besondere Missionen sowie Passagier- und Frachttransport genutzt wird und auch in Nordholz bei der Ölaufklärung über Nord- und Ostsee zum Einsatz kommt. Am Standort Oberpfaffenhofen entwickelt und produziert das Unternehmen mit rund 400 Mitarbeitenden die neue Do228 NXT und ist in der Wartung und Instandhaltung der Do228 sowie von militärischen Helikoptern aktiv.
Darüber hinaus kann General Atomics Aerotec Systems als zertifizierter Instandhaltungsbetrieb die großen, planmäßigen Wartungsarbeiten an den NH90‑Hubschraubern von Marine und Heer durchführen.
„Mit der Investition in Nordholz entwickeln wir unsere langjährige Zusammenarbeit mit der Bundeswehr konsequent weiter“, betont Harald Robl, CEO der General Atomics Europe GmbH. „Der neue Standort ergänzt unsere bestehenden Fähigkeiten in Deutschland und schafft die Grundlage dafür, die Bundeswehr auch künftig mit leistungsfähigen Wartungs- und Instandhaltungsleistungen zu unterstützen.“ Die Investition in Nordholz sei Teil der langfristigen Wachstumsstrategie von General Atomics Europe.
Neben der Industrie werden laut Jörg-Andreas Sagemühl, Bürgermeister der Gemeinde Wurster Nordseeküste, auch die Veranstalter des Deichbrand-Festivals in die Pläne einbezogen, da im Bereich des erschlossenen Gewerbegebiets wichtige Fluchtwege für das Open-Air-Festival mit bis zu 60.000 Besuchern verlaufen. Ziel der Gemeinde ist es, die Interessen des Festivals und der Industriebetriebe so aufeinander abzustimmen, dass eine dauerhafte Koexistenz möglich bleibt.