Innovationszentrum im Fischereihafen

Schon zwei Unternehmen sind in das neue Innovationszentrum IHS am Westkai in Bremerhaven gezogen. Die neuen Mieter sind zufrieden.

Die haushohe Bordwand des 140-Meter-Schiffs erhebt sich fest vertäut am Westkai des Fischereihafens, die Bordkräne ragen weit in den Himmel hinauf. Auf der „Celina“ herrscht reges Treiben. Die „Celina“ ist ein Auftrag, an dem die beiden neuen Mieter des Innovationszentrums für Handwerk und Schifffahrt (IHS) gemeinsam arbeiten. Schon am Folgetag steht ein wichtiger Meilenstein an: Der Dieselmotor soll zum ersten Mal wieder gestartet werden. Den Turbolader haben sie gerade fertiggestellt.

Das Innovationszentrum ist im Jahr 2024 durch die Familie Fiedler mit Ertan Yildirim von der Grotelüschen und Weber AG ins Leben gerufen worden. Die Brüder Partrick, Jan Frederick und Jan-Henrik mit Vater Hans-Joachim Fiedler hatten das Gelände am Westkai 40 bis 44 vom ehemaligen Traditionsunternehmen „Karle und Fuhrmann“ übernommen.

Der erste neue Mieter war das Unternehmen Hall Engine Services aus Wanna, das nach Anfang 2025 Bremerhaven zog. Hall kümmert sich um die Reparatur von Großdieselmotoren, wie sie in der Schifffahrt im Einsatz sind. Die Geschäftsführer Alexander Hall und Alena Genschel sind sehr zufrieden mit dem neuen Standort am Westkai, der über einen Kajenzugang verfügt. In ihrer Halle wird kräftig gearbeitet. Ein Beschäftigter reinigt einen Zylinderkopf, ein anderer hont eine Laufbuchse. „Ich bin froh, hier etwas Passendes gefunden zu haben“, freut sich Alexander Hall. Und wir bekommen nette Nachbarn, führt er mit einem Schmunzeln hinzu.

Das Unternehmen Turner ECS ist aktuell dabei, einzuziehen. Die Räumlichkeiten werden derzeit noch renoviert. Bremerhaven ist der vierte Standort der Gruppe in Europa, die sich auf die Steuerungs-, Regelungs- und Überwachungstechnik für Turbinen, Motoren und Kompressoren spezialisiert hat. „Wir sind in den Bereichen Service, Reparatur, Retrofit und im Verkauf von Neugeräten tätig“, erklären Martin Machner und Kai Andree von Turner ECS. Die Firma arbeitet bereits zusammen mit Hall auf dem Schiff „Celina“. Hall und Turner ECS beschäftigen jeweils rund ein Dutzend Mitarbeiter, wollen weiter wachsen. Beide Firmen sind weltweit tätig. Jüngst erst reisten Beschäftigte von Alexander Hall für zwei Tage nach Dubai.

Die Investorenfamilie Fiedler und Ertan Yildirim suchen noch einen Mieter für die letzte unvermittelte Halle des Komplexes. „Um die beiden bestehenden Firmen gut zu ergänzen, würde zum Beispiel ein Unternehmen im Bereich der Elektromotoren oder des Stahlbaus gut passen“, sagt Ertan Yildirim von Grotelüschen und Weber. Wenn ein Schiff zur Reparatur oder Wartung an der Kaje liege, könnte das Spektrum dann direkt mit angeboten werden. Für die Elektrohalle gibt es schon einige Interessenten. Auch die Büro-Räume in dem Komplex sollen noch Mieter finden. „Wir sind zufrieden mit der Entwicklung“, bestätigt auch Jan-Henrik Fiedler. Über weitere Mietanfragen würde man sich natürlich freuen.

Aus dem ehemaligen „Karle-und-Fuhrmann“-Komplex könnte so ein Wachstumsmotor für den Bereich des Fischereihafens werden. Die Unternehmen Hall und Turner ECS benötigen für ihre Pläne aber vor allem eins: Mitarbeiter. Wer eine Ausbildung unter anderem als Mechaniker, Mechatroniker oder Elektroniker absolviert hat, soll sich gerne melden.

Im Fischereihafen arbeiten sie zusammen (von links): Ertan Yildirim (G&W), Martin Machner (Turner), Kiano Santos Casanova (G&W), Jan-Henrik Fiedler, Kai Andree (Turner), Alexander Hall (Hall) und Alena Genschel (Hall).