Startseite Bremerhaven: Ein Großdock für die Lloyd Werft
Ende 2023 hatte das Land Bremen das Erbbaurecht-Grundstück von Heuer Logistics zurückgekauft. Es liegt an der Steubenstraße auf der Columbusinsel südlich vom Kreuzfahrtterminal. Das Areal umfasst 67.000 Quadratmeter und ermöglicht den direkten Zugang zur Weser. Das macht das Grundstück so außerordentlich attraktiv. Bei der Suche nach einem neuen Nutzer sprach das Hafenressort von einer der „attraktivsten Liegenschaften“ in den Häfen. Diese Einschätzung teilte offensichtlich auch die Lloyd Werft.
Mit einem europaweiten Wettbewerb suchte die Hafengesellschaft einen neuen Nutzer. Verkauft werden sollte die Fläche nicht. Sie bleibt im Besitz Bremens, wird als Erbbaurecht für 20 Jahre mit der Option auf weitere 10 Jahre vergeben. Bei dem Konzessionsverfahren bewarben sich mehrere Interessenten, um an den anschließenden Verhandlungen teilzunehmen. Im vergangenen Juli wurde dann die Entscheidung getroffen. Erfolgreicher Bieter war die Lloyd Werft Bremerhaven GmbH. Die Einspruchsfristen sind inzwischen abgelaufen, weshalb die Vergabe jetzt veröffentlicht werden kann.
Das Betriebskonzept der Werft sieht vor, Teilbereiche an Reedereien zu vermieten. Es soll auch hafennahe Lagerung von Schiffsausrüstungsteilen möglich sein. Angedacht ist ebenfalls die Zwischenlagerung von Offshore-Komponenten für Windparks. Spektakulär ist allerdings die geplante Nutzung eines Teils der Kaje: Hier soll ein Großdock hingelegt werden, das fast alle Kreuzfahrtschiffe jeder Größenordnung und andere Schiffe aufnehmen kann. Das Hafenressort ist sich sicher, dass so der Schiffsreparaturstandort Bremerhaven insgesamt aufgewertet wird.
Es war immer der große Traum auf der Lloyd Werft, ein Großdock zu besitzen. Die Kreuzfahrtschiffe wurden in den vergangenen Jahren immer größer. Mit den vorhandenen Dock-Kapazitäten konnte nur ein Teil des Reparaturmarktes bedient werden. 2014 hatte die Lloyd Werft ein 370 Meter langes und 67 Meter breites XXL-Dock aus Südkorea im Visier.
Es wurde eine Absichtserklärung für den Kauf unterschrieben. Ein Problem dabei: Im Kaiserhafen gibt es wenig Platz. Eine riesige Dockgrube hätte ausgehoben werden müssen, und das Dock hätte womöglich in Teilstücken transportiert werden müssen.
Die Lage direkt an der Stromkaje macht so ein Projekt diesbezüglich einfacher. Von daher war das jetzt eine außergewöhnliche Gelegenheit für die Werft. Wie es genau aussehen wird, ist noch unklar. Laut Betriebsratsvorsitzendem Nils Bothen sind die Pläne allerdings noch vage. Es wird wahrscheinlich ein bereits fertiges Dock übernommen. Gearbeitet wird auch noch an einem Umweltgutachten. Auch das dürfte noch einige Zeit in Anspruch nehmen.