Startseite E-Fahrzeuge: Feuerwehr zieht erste Bilanz
Seit dem 15. August setzt die Feuerwehr Bremerhaven ein elektrisch angetriebenes Notarzteinsatzfahrzeug (eNEF) im regulären Rettungsdienst ein. Nach den ersten Wochen informierte sich Feuerwehrdezernent Stadtrat Peter Skusa bei Rainer Suhrhoff, Teamleiter für Technische Dienste und Beschaffung, über die Erfahrungen mit dem Fahrzeug. Vom 15. August bis einschließlich 2. September legte das eNEF 1.722 Kilometer zurück. Die höchste Tagesleistung betrug 161 Kilometer. Reichweite oder Ladezustand beeinträchtigten die Einsatzbereitschaft in diesem Zeitraum nicht. Auch ein Fahrzeugausfall wurde seit der Indienststellung nicht verzeichnet. Die Feuerwehr wertet die Erfahrungen als erste Zwischenbilanz.
„Uns war von Anfang an wichtig, nicht nur auf theoretische Reichweiten und technische Daten zu schauen, sondern darauf, ob sich ein elektrisch angetriebenes Notarzteinsatzfahrzeug zuverlässig in unseren Einsatzalltag integrieren lässt“, sagt Skusa. „Die ersten Wochen zeigen, dass das Fahrzeug unter den bisherigen Bedingungen zuverlässig zur Verfügung steht.“
Der Einsatz eines eNEF war vor der Beschaffung geprüft worden. Dazu gehörte eine Testphase mit einem elektrisch angetriebenen NEF. „So konnten wir bereits vor der Beschaffung praktische Erfahrungen sammeln und prüfen, wie sich Elektromobilität unter den Bedingungen unseres Rettungsdienstalltags verhält“, so Suhrhoff.
Nach den Einsätzen wird das eNEF an der Feuerwache geladen. Dafür stehen an drei Stellplätzen AC-Ladepunkte mit jeweils bis zu 22 Kilowatt Leistung zur Verfügung. Eine zusätzliche DC-Schnellladesäule ist in Planung. Im bisherigen Betrieb war kein gesonderter Ladevorgang außerhalb der Feuerwache erforderlich. Eine Ladekarte für externe Ladesäulen ist vorhanden. Die medizinische und technische Ausstattung wird über eine separate Zusatzbatterie versorgt.
Für eine technische Störung oder eine anderweitige Nichtverfügbarkeit steht ein vollständig ausgerüstetes Notarzteinsatzfahrzeug mit Verbrennungsmotor als Rückfallebene bereit. „Für uns ist entscheidend, dass ein Notarzteinsatzfahrzeug jederzeit für den nächsten Einsatz zur Verfügung steht und dies unabhängig von der Antriebsart“, so Skusa. Weitere Erkenntnisse zum Einsatz- und Ladeverhalten sollen gesammelt und ausgewertet werden.