Geestland setzt auf die Mobilität der Zukunft

Hier ist viel mehr Technik verbaut als in einem üblichen Kleinbus. Die Stadt Geestland gibt eine Vorstellung davon, wie die Mobilität der Zukunft aussieht.

Die Halle für den Bus steht bereits auf dem Bauhof-Gelände in Bad Bederkesa. Aber der autonome Bus selbst ist noch nicht in Geestland angekommen. Dabei drängt so langsam die Zeit. Im November endet das Smart-City-Modellprojekt für die Stadt. Bis dahin sollte der fahrerlose Bus auf den Straßen zwischen Moortherme und Handels- und Gewerbepark fahren.

„Ich hoffe, dass es in diesem Jahr noch was wird“, sagte Bürgermeisterin Gabi Kasten (CDU) jetzt auf der Regionalkonferenz der Modellprojekte Smart Cities im Evangelischen Bildungszentrum Bederkesa.

Zumindest die Erprobungsphase sollte in den nächsten Monaten beginnen. Dann ist noch ein Mensch an Bord, der im Zweifelsfall eingreifen könnte. Die Technik ist komplex. Denn die Sicherheitsanforderungen sind hoch. Deutschland hat strenge Gesetze, die von der EU übernommen wurden.

Wenn es so klappt wie geplant, dann würde in Bad Bederkesa weltweit das erste Fahrzeug in einem fahrerlosen Betrieb für den öffentlichen Personennahverkehr unterwegs sein. Die Stadt Geestland gehört zu den Pionieren.

Um eine Vorstellung von der komplexen Technik zu vermitteln, stellte der Hersteller Motor AI aus Berlin einen Mercedes-Bus vor den Haupteingang des Bildungszentrums. So konnten die rund 70 Konferenzteilnehmer einen Blick ins Fahrzeug werfen. Eine Exkursion gab es nicht. An dem voll automatisierten Betrieb wird noch gebaut. Motor AI wartet auf die technische Ausstattung des zweiten Partners Omnicar.

Viele Kabel und Platinen sind jetzt schon im Innenraum verbaut. Auch von außen ist viel Technik angebracht. Kameras, Radar und Lidar-Sensoren sollen im 360-Grad-Winkel alles aufnehmen, damit das Fahrzeug sicher durch den Verkehr rollt.

Vom Dach aus erfassen die Geräte alles bis in 200 Meter Entfernung. Die Sensorik ist wichtig für die Geschwindigkeitskontrolle. Maximal sind 70 Kilometer pro Stunde möglich. Die Höchstgeschwindigkeit ist aber im Stadtverkehr von Bad Bederkesa nicht nötig.

„Sehnsüchtig“ werde der autonome Bus erwartet, schilderte Bürgermeisterin Gabi Kasten auf dem Podium den Gästen aus ganz Deutschland. Bürger melden sich bereits für die erste Fahrt an oder wollen direkt ihn als Attraktion für den Geburtstag buchen. Es gibt bereits eine Warteliste.

Florian Fengler von MotorAI erklärt die Technik eines Kleinbusses, der für den fahrerlosen Betrieb hergerichtet wird.