Das Cuxland ist auf Gigabit-Kurs

Ein milliardenschweres Glasfaser-Projekt nimmt im Landkreis Cuxhaven Fahrt auf: 11.600 Haushalte sollen nun angeschlossen werden.

Das Cuxland ist auf dem Weg in die Gigabit-Gesellschaft. Der Kreis hat den Anschluss für die letzten 11.600 Haushalte, die normalerweise keine Chance auf Glasfaser hätten, ausgeschrieben und die Angebote vorliegen. Möglich macht das eine Menge Geld.

Was lange währt, wird endlich gut. Und zwar richtig gut. „Wir sind auf dem Weg zur Gigabit-Gesellschaft“, schwärmte Enak Ferlemann, Vorsitzender des Regionalausschusses, in der letzten Sitzung. Ralf Bruns, Internet-Experte der Agentur für Wirtschaftsförderung, bestätigte das. In Geestland sei man bereits dabei, die letzten 372 Haushalte ans schnelle Internet anzuschließen. In Cuxhaven beginnen die Bauarbeiten im September.

Und für die rund 11.600 Adressen in Beverstedt, Hagen, Loxstedt, Wurster Nordseeküste, Hemmoor, Land Hadeln und Börde Lamstedt habe man jetzt die Angebote der Provider vorliegen, so Bruns. „Wenn das alles realisiert ist, werden wir 99 Prozent der Haushalte ans schnelle Glasfasernetz angeschlossen haben. Damit werden wir bundesweit ganz vorn liegen“, so der Internet-Fachmann.

Holger Onken gehört zu denen, die sich besonders darüber freuen. „Wie lange haben wir dafür gekämpft“, sagt der SPD-Kreistagsabgeordnete und Ortsvorsteher von Dedesdorf-Eidewarden. Onken kennt das Gefühl, abgehängt zu sein. In seiner Heimatgemeinde Loxstedt hat die Deutsche Glasfaser, der Anbieter, der in den vergangenen Jahren auf dem flachen Land dafür gesorgt, dass die Lage wenigstens ein bisschen besser wurde, die größeren Orte angeschlossen. Aber das 550 Seelen-Dorf Dedesdorf schaute in die Röhre. Wie alle kleinen Dörfer.

Nun sollen alle Haushalte im Kreis Cuxhaven die Chance bekommen, ans schnelle Glasfaser-Netz angeschlossen zu werden. Auch diejenigen, die in den kleinen Dörfern oder außerhalb der Orte liegen. Es ist eine Forderung, die auf dem Land schon lange laut wurde. Aber bislang haben die Provider einen großen Bogen um abgelegenere Dörfer gemacht, weil sich der Ausbau dort für sie finanziell schlicht nicht lohnt.

Nun springt der Staat ein. Mit einer enormen Kraftanstrengung. Rund 320 Millionen Euro hat der Kreis dafür bereitgestellt. Deutlich mehr als die Hälfte davon kommt aus einem milliardenschweren Förderprogramm aus Berlin. Weitere 25 Millionen Euro steuert das Land bei. Was übrig bleibt, müssen der Kreis und die Kommunen zusammen aufbringen, um das Breitband bis zum letzten Hof zu finanzieren. Beide werden wohl auf mindestens 80 Millionen Euro Kosten sitzen bleiben, hatte der Internet-Experte der Agentur für Wirtschaftsförderung, Ralf Bruns, geschätzt.

Zur Kasse gebeten werden vor allem die Gemeinden, die durch viele kleine Orte und große Entfernungen geprägt sind. Hagen beispielsweise hat 4 Millionen Euro für den Ausbau des schnellen Internets eingeplant, die Wurster Nordseeküste sogar 5 Millionen. Bei einem Haushaltsvolumen von etwa 30 Millionen Euro ein ordentlicher Batzen Geld.