Startseite Bredo-Werft erweitert Kapazitäten mit Dock
Am vergangenen Wochenende ist ein Schleppzug mit dem Schwimmdock 6 der Hamburger Werft Blohm + Voss in Bremerhaven angekommen. Zwei Schlepper der Reederei Wulf aus Cuxhaven manövrierten das 162 Meter lange Dock zur Ausrüstungskaje der Lloyd Werft im Kaiserhafen.
Wie Dirk Harms, Geschäftsführer von Bredo Dry Docks, auf Anfrage erklärte, hat das zur Rönner-Gruppe gehörende Unternehmen das Schwimmdock mit einer Tragfähigkeit von bis zu 10.000 Tonnen für den Einsatz in Bremerhaven erworben. Bis das 24 Meter breite Schwimmdock jedoch in Betrieb gehen kann, sind in den kommenden Wochen umfangreiche technische Arbeiten erforderlich.
Das über 60 Jahre alte Dock 6 wurde von der ehemaligen Hamburger Großwerft Stülcken gebaut, die 1966 von Blohm + Voss übernommen wurde. Damit gelangte auch das Schwimmdock in deren Besitz. Zuletzt lag es – ohne eigene Dockkräne ausgestattet – zwischen dem großen, 320 Meter langen Schwimmdock 11 und der Ausrüstungskaje von Blohm + Voss in Hamburg. Dort wurde es zeitweise für den Bau und die Wartung von Megayachten genutzt, zuletzt jedoch überwiegend als Arbeits- und Abstellponton.
Zum künftigen Standort des Docks bei Bredo machte Dirk Harms keine Angaben. Das Unternehmen betreibt derzeit zwei Standorte: im südlichen Fischereihafen und im Kaiserhafen III an der Bückingstraße. Dort liegt auch ein 147 Meter langes, 21 Meter breites Schwimmdock mit einer Hebekapazität von 7.200 Tonnen, das früher zur Rickmers-Lloyd-Werft gehörte.
Dieses bisherige Schwimmdock der Bredo muss demnächst eine Zeit lang an die Ausrüstungskaje der Lloyd Werft verlegt werden, wo derzeit die „Disney Adventure“ liegt. Hintergrund sind anstehende Kajenarbeiten. Finanziert wird das Projekt durch ein vom Bremer Senat beschlossenes Sondervermögen in Höhe von rund 59,3 Millionen Euro.
Vorgesehen ist der Rückbau der über 100 Jahre alten Kaje auf einer Länge von 319 Metern. Im Anschluss soll eine neue Kaje in direkter Verlängerung der bereits sanierten Abschnitte entstehen. Zusätzlich wird die Uferlinie landeinwärts verschoben, wodurch sich die Wasserfläche im Kaiserhafen III vergrößert.
Mit der neuen Kaje sollen künftig auch schwerere Verkehrslasten bewegt werden können – etwa beim Bau und Umschlag von Konverterplattformen für Offshore-Windkraftanlagen, wie es seitens der Lloyd Werft geplant ist. Ziel ist eine leistungsfähige, zukunftsfähige Infrastruktur für den Hafenstandort in Bremerhaven.
Derzeit laufen bereits erste vorbereitende Maßnahmen für den Rückbau der sogenannten Konverterkaje. So wurden auf dem südlichen Areal der Kaje mehrere Gebäude abgerissen – darunter das frühere Verwaltungsgebäude von Rickmers-Lloyd sowie das ehemalige Hafenmeisterhaus, ein schmucker Mauerwerksbau aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts. Beide Bauten sind nicht als Kulturdenkmale gelistet.
Die Fertigstellung der neuen Kaje ist für Ende 2027 vorgesehen. Dann soll auch Bredo wieder einen Liegeplatz an der modernisierten Anlage erhalten – möglicherweise für das jetzt aus Hamburg überführte Schwimmdock 6.