Forschungsschiff „Planet“ ausgedockt

Das Wehrforschungsschiff „Planet“ ist nach mehr als einjähriger Liegezeit im Schwimmdock IV in Bremerhaven bei Bredo Dry Docks ausgedockt worden. Bis Anfang 2027 sollen Umbau- und Ausrüstungsarbeiten abgeschlossen werden.

„Bis zum Jahresanfang 2027 wird die ‚Planet‘ nach derzeitiger Planung zum Abschluss der Umbau- und Ausrüstungsarbeiten noch liegen“, teilte Bredo-Geschäftsführer Dirk Harms auf Anfrage mit.

Bredo hatte den Auftrag 2025 erhalten. Er umfasst Konservierungsarbeiten am Über- und Unterwasserschiff, Wartung und Instandsetzung der technischen Einrichtungen sowie Klasse- und sicherheitstechnische Prüfungen. Die Arbeiten sollen die Einsatzfähigkeit des Spezialschiffs bis weit in die nächste Dekade sichern. Danach soll die „Planet“ mit marinegrauem Rumpfanstrich und der taktischen Kennung A1437 als militärische Einheit an die Marine übergeben werden. Vorgesehen ist, sie zur Überwachung und Kontrolle kritischer Infrastruktur einzusetzen. Außerdem soll sie für Projekte der wehrtechnischen Forschung zur Verfügung stehen.

Die „Planet“ war Ende Juli 2025 nach Bremerhaven gekommen. Zuvor hatte sie fast neun Monate für die NATO-Unterstützungsmission „Aegean Sea Activity“ (ASA) im Nordosten des Mittelmeers patrouilliert. Erstmals diente dabei ein Forschungsschiff der Deutschen Marine als Flaggschiff. „Es war das erste Mal, dass die Marine diesen Einsatz mit einem Forschungsschiff als Flaggschiff bewältigt hat. In der Region hat das für Aufmerksamkeit und zu Neugier der dortigen Nationen geführt“, berichtete Kapitänin Marie-Christine Hardt.

Die Marine hatte den Einsatz mit steigenden Missionszahlen und begrenzten Schiffsressourcen begründet. Mit moderner Kommunikationstechnik und hoher Seeausdauer unterstützte die „Planet“ Frontex sowie die griechische und türkische Küstenwache bei der Überwachung von Flüchtlingsbewegungen und beim Aufdecken von Schleusernetzwerken.

Seit ihrer Indienststellung am 31. Mai 2005 war die „Planet“ der Wehrtechnischen Dienststelle für Schiffe und Marinewaffen, Maritime Technologie und Forschung (WTD 71) in Eckernförde unterstellt. Gebaut wurde sie von den damaligen Thyssen Nordseewerken in Emden.

Die SWATH-Bauweise (Small Waterplane Area Twin Hull) mit zwei unter Wasser liegenden Schwimmkörpern macht die „Planet“ seegangsresistent. Eine Rumpfhälfte dient der Erprobung von Sonargeräten und Akustiksensoren, die andere Tests von Torpedos und Abwehrsystemen. Zudem können Salzgehalt, Dichte und Strömungen gemessen werden. Die Ergebnisse helfen bei der Bestimmung der Thermokline, einer Schichtgrenze im Wasser, die über die Ortbarkeit von U-Booten entscheidet.

Nach mehr als einjähriger Liegezeit bei Bredo Dry Docks ist die „Planet“ nun wieder ausgedockt worden.