Förderung für neue Moorflächen

Ahlenmoor und Bovenmoor im Landkreis Cuxhaven sollen zu einer Modellregion für klimaschonende Moorwirtschaft werden. Der Bund hat das Projekt „MoorLandWirtschaft Cuxland“ für eine umfangreiche Förderung ausgewählt.

Für das Vorhaben wurden 158 Millionen Euro beantragt. Das Land hat bei erfolgreicher Bewerbung weitere zehn Millionen Euro zugesagt. Noch steht der Abschluss des Förderverfahrens aus. Die Vereinbarungen mit dem Bund sollen möglichst in diesem Jahr geschlossen werden. Die Arbeit könnte Anfang 2027 starten.

Gefördert werden sollen die Wiedervernässung von Moorflächen, neue Bewirtschaftungsformen und die Verarbeitung der dort erzeugten Produkte. Das Programm soll über bis zu 13 Jahre zeigen, wie sich Klimaschutz und wirtschaftliche Perspektiven für die Landwirtschaft verbinden lassen. Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne) erklärt: „In den Leuchtturmregionen wollen wir großflächig Moorböden durch gezielte Maßnahmen wiedervernässen und die Bewirtschaftung darauf anpassen.“

Dazu gehören sogenannte Paludi-Kulturen: Pflanzen wie Schilf, Rohrkolben oder Torfmoose werden auf nassen Moorböden angebaut. Sie lassen sich etwa zu Torfersatz, Pappe, Papier sowie Bau- und Dämmstoffen verarbeiten. Auch extensive Beweidung und Freiflächen-Photovoltaik sind als Nutzungen vorgesehen. Die Förderung soll zudem helfen, die Produkte regional zu verarbeiten und zu vermarkten. Unterstützt werden soll auch der Tausch von Flächen.

Niedersachsen ist das moorreichste Bundesland. Moore und weitere kohlenstoffreiche Böden erstrecken sich über gut 6.000 Quadratkilometer. Viele Standorte sind entwässert. Dadurch wird der über Jahrtausende gespeicherte Kohlenstoff an der Luft zu Kohlendioxid.

Nach Berechnungen des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie verursachen diese Böden jährlich 15,8 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. Nasse Moore speichern dagegen Wasser, kühlen die Umgebung und bieten vielen Arten Lebensraum.

Neben dem Cuxland hat der Bund das Ipweger Moor im Landkreis Wesermarsch und das Gnarrenburger Moor im Landkreis Rotenburg ausgewählt. Die drei Regionen können zusammen mit rund 466 Millionen Euro Bundesmitteln rechnen, das Land stellt jeweils weitere zehn Millionen Euro in Aussicht. Ein Projekt im Raum Osnabrück/Vechta ist noch im Verfahren. Umwelt- und Landwirtschaftsministerium sowie das Regionalbüro des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz werden die Regionen begleiten und beraten.

An der Renaturierung des Ahlenmoors wird schon seit vielen Jahren gearbeitet – hier im Mai 2025 beim Ausbringen von Torfmoosen. Jetzt hat der Bund eine Förderung von 158 Millionen Euro in Aussicht gestellt.