Startseite Towergy fertigt Groß-Wärmepumpen in Seestadt
Das, was in Bremerhaven zum Jahresende in Serie produziert werden soll, ist bislang noch einmalig: Eine Groß-Wärmepumpe, die bis zu 400 Neubauwohnungen oder rund 200 Bestandswohnungen versorgen kann. Der Prototyp dieses Klimaturms von Towergy steht auf dem ehemaligen Kellogg’s-Gelände in der Bremer Überseestadt. Der 14 Meter hohe Turm ist seit zwei Monaten in Betrieb und wird am 30. Juni von Regierungschef Andreas Bovenschulte (SPD) offiziell eingeweiht. Aber die Nachfrage ist bereits so groß, dass die Unternehmer zügig die Serienproduktion aufnehmen wollen.
Die Halle und das Firmengelände von Mafi & Trepel am Amerikaring im Überseehafen, die Ende 2025 Bremerhaven nach nur fünf Jahren wieder verlassen hatten, passt geradezu ideal zu den Anforderungen von Towergy. Als der Rückzug von Mafi & Trepel feststand, hatte Bremerhavens Wirtschaftsförderer Nils Schnorrenberger direkt Kontakt zu Klaus Meier aufgenommen. Er kannte dessen Wärmepumpen-Projekt. Und Meier übernahm das Gelände sofort.
Meier ist in Bremerhaven als Betreiber des Klimahauses bekannt. Der Aufsichtsratsvorsitzende der BLG ist aber auch ein umtriebiger und erfolgreicher Unternehmer und Investor. Er ist Geschäftsführer und Hauptgesellschafter von der „Stadt.Energie.Speicher GmbH“, zu der Towergy gehört. Tobias Werner führt die Geschäfte des Bremer Start-ups, das erst im vergangenen Jahr gegründet wurde. Und der ist begeistert von dem Standort in Bremerhaven.
Die Hallengröße und die Kranbahn passe genau für die Montage der Klimatürme, betont Werner. Und: „Der Standort ist angebunden über das Schienennetz, und mit Blick auf den interessanten Markt England haben wir auch den Hafenanschluss“, sagt er. Auf dem Bremerhavener Arbeitsmarkt finde man zudem noch die benötigten Mitarbeiter.
Towergy hat das weltweite Patent auf den Klimaturm angemeldet. Die rechteckigen Türme sind bis zu 14 Meter hoch und bestehen aus einer Luft-Wasser-Großwärmepumpe mit vierseitiger Luftansaugung und Abluftführung über die Turmspitze. Sie gelten als sehr leistungsfähig, leise und platzsparend. Sie bestehen aus 8 bis 12 Modulen, die dann vor Ort beim Kunden zusammengesetzt werden.
Verwendet werden am Markt übliche Bauteile, aber auch Spezialanfertigungen. In der Bremerhavener Halle soll alles von Monteuren zusammengesetzt werden. 50 Türme pro Jahr – so lautet die Zielmarke für 2028. Los geht es im kommenden Jahr mit 5 bis 10 Mitarbeitern, 2028 sollen es dann 30 bis 50 sein. Läuft es besonders gut, sind auf dem Gelände auch Erweiterungen möglich.
Ein Preisschild will Werner an dem Klimaturm noch nicht anbringen, an den Kosten werde noch gefeilt. Das modulare Baukastensystem ermöglicht einen sehr schnellen Aufbau in dicht besiedeltem Gebiet. Mit einem Schallpegel bei unter 35 Dezibel ist Betrieb des Klimaturms auch nachts in reinen Wohngebieten zulässig.
Schnorrenberger ist sehr erfreut, dass die Ansiedlung des Start-ups in Bremerhaven gelungen ist. Er glaubt an das Konzept und spricht von innovativer Technik für die Wärmewende. „Der Klimaturm wird die Wärmewende nach vorn bringen“, ist er überzeugt.