Wurster Nordseeküste: Rekordinvestitionen

Der zweite Nachtragshaushalt der Gemeinde Wurster Nordseeküste enthält mehr als 6 Millionen Euro zusätzlich. Damit steigt das Investitionspaket auf 26,9 Millionen, mit Kurverwaltung fast auf 33 Millionen Euro. Ein Rekordprogramm.

Eine neue Strandpromenade in Dorum-Neufeld, eine Erschließungsstraße durch das Industriegebiet Wanhöden, die Reaktivierung des Bahnhaltepunktes in Spieka, Grundstückskäufe für die Erschließung eines neuen Gewerbegebietes: Es gibt viele Pläne, die die Gemeinde Wurster Nordseeküste derzeit zusätzlich zu ihrem ohnehin schon ehrgeizigen Investitionsprogramm verfolgt.

„Wenn wir unsere Maßnahmen umsetzen wollen, muss das auch finanziert werden“, betonte Gemeindebürgermeister Jörg-Andreas Sagemühl (CDU) in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates der Wurster Nordseeküste. Vor zahlreichen Zuschauern im Gasthaus „Zum Grünen Walde“ in Nordholz verteidigte er die Mehrausgaben, die im ursprünglichen Haushaltsplan 2025/26 noch nicht vorgesehen waren und nun im Rahmen des zweiten Nachtragshaushalts auf der Tagesordnung standen. „Beschließen wir diesen Nachtragshaushalt nicht“, so Sagemühl, „helfen uns alle vorher getroffenen Beschlüsse nicht – ohne Haushalt kein Geld und ohne Geld keine Möglichkeit der Umsetzung.“

Gemeindekämmerer Christoph Nagelfeld sprach von „zukunftsweisenden Investitionen“. Mehr als 6 Millionen Euro sieht der zweite Nachtragshaushalt inklusive Investitionen der Kurverwaltung zusätzlich vor. Die Investitionsmaßnahmen, so Nagelfeld, werden sich noch einmal um 6 Millionen Euro auf 26,9 Millionen Euro erhöhen. „Zusammen mit der Kurverwaltung kommt die Gemeinde sogar fast auf 33 Millionen Euro Investitionsvolumen für die Wurster Nordseeküste. Das ist der höchste Wert seit Bestehen der Gemeinde Wurster Nordseeküste und der Vorgängerkommunen, den wir mit dem zweiten Nachtragshaushalt veranschlagt haben.“

Der größte Posten im Gesamthaushaltsplan inklusive zweier Nachtragshaushalte für 2025/26 sind die vier Feuerwehrhäuser, die derzeit in Nordholz, Midlum, Dorum und Wremen gebaut werden. Zwar kann die Gemeinde bei vielen Investitionen mit Fördermitteln rechnen. Dennoch müsse die Kommune alles in allem 11,9 Millionen Euro selbst finanzieren, da nicht alles durch Zuwendungen und Fördermittel gedeckt ist, sodass es dafür einer Kreditaufnahme bedarf.

Der Gemeinderat stellte sich mehrheitlich – bei zwei Enthaltungen – hinter das erweiterte Investitionsprogramm. „Die Investitionen sind wichtig, um unsere Infrastruktur nicht verkommen zu lassen“, betonte Anja Hanke von Bündnis 90/Die Grünen, „wenn wir sie nicht weiterentwickeln, werden wir irgendwann abgehängt.“ Der SPD-Fraktionsvorsitzende Mathis Jährling erinnerte daran, dass bundesweit seit Jahren immer wieder von Sanierungsstau die Rede sei. „Ich bin froh, dass wir Mut haben, jetzt zu investieren.“

Marco Witthohn (CDU) machte deutlich, dass sich in dem 26,9 Millionen Euro schweren Investitionsprogramm der Gemeinde für 2025/26 auch 5 Millionen Euro für Breitbandanschlüsse bis zum letzten Hof verbergen. Außerdem habe die Gemeinde die Kitaplätze so aufgestockt, dass Kinder zu den von Eltern gewünschten Zeiten betreut werden können. „Wir investieren in ganz verschiedene Themenfelder – Tourismus, Brandschutz, Zivilschutz, Wegebau, Mobilität.“

Für das Tempo, mit dem die Gemeinde ihre Pläne vorantreibt, gibt es laut Witthohn einen Grund: „Wir haben aktuell noch eine Förderperiode, in der man noch eine gute Gegenfinanzierung von Bund, Land und EU bekommen kann.“ So könnten die Eigenmittel der Gemeinde klein gehalten werden, bei trotzdem großvolumigen Projekten. Ab 2028 werde die EU-Förderung niedriger ausfallen. „Wenn Bund und Land diese geringeren Sätze nicht durch eigene Fördermittel auffangen“, verteidigte Witthohn die Gemeindepläne, „müssen Kommunen letztlich mehr Geld für Investitionen aufbringen.“ Oder Projekte in die Zukunft verschieben.

Vier Beispiele für die rege Investitionstätigkeit der Gemeinde Wurster Nordseeküste: vorbereitende Arbeiten für die Erweiterung des Industriegebietes Wanhöden (oben links, im Uhrzeigersinn), die Bahnschienen in Spieka, an denen ein neuer Bahnhalt entsteht, die Baustelle für das neue Feuerwehrhaus der Wehren Nordholz und Deichsende sowie eine Visualisierung der neuen Strandpromenade in Dorum-Neufeld.