Mehr Solarstrom im Fischereihafen

Die Fischereihafen-Betriebsgesellschaft (FBG) will ihre Unternehmenszentrale in Bremerhaven künftig mit selbst erzeugtem Solarstrom versorgen. Auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes an der Lengstraße soll im Spätsommer eine Photovoltaikanlage installiert werden.

„Als Energiedienstleister für den gesamten Fischereihafen sind für uns eigene Beiträge zum Klimaschutz und das Engagement für die Ziele der Unternehmensinitiative Klimakooperation Fischereihafen CCF selbstverständlich“, betont Geschäftsführerin Petra Neykov.

Mit dem Vorhaben unterstützt die FBG die Ziele der Klimakooperation. Die Initiative der Wirtschaft im Fischereihafen verfolgt das Ziel, das Gewerbe- und Industriegebiet ab 2030 CO₂-neutral mit Energie zu versorgen. Studien zufolge könnte der Bedarf der rund 400 Betriebe sowie der Infrastruktur weitgehend durch vor Ort erzeugte Wind- und Solarenergie gedeckt werden.

„Der FBG-Eigenbedarf am gesamten Stromverbrauch im Fischereihafen ist zwar vergleichsweise gering, aber wir sind uns unserer Vorbildfunktion durchaus bewusst“, sagt Dr. Alexander David, FBG-Projektleiter für Erneuerbare Energien und Moderator der Klimakooperation. Geplant ist eine Anlage mit einer Leistung von 50 Kilowatt-Peak. Nach vorsichtigen Schätzungen soll sie jährlich zwischen 45.000 und 60.000 Kilowattstunden Strom erzeugen.

„Die Vorplanungen für das Projekt sind jetzt abgeschlossen, sodass wir die Anlage und ihre Installation nun ausschreiben können“, erläutert Marlon Pump, der bei der FBG für die technische Gebäudeausstattung verantwortlich ist. Finanziert wird das Vorhaben vom Land Bremen aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Voraussetzung ist der Nachweis einer langfristigen Wirtschaftlichkeit.

Die neue Anlage soll nicht die letzte bleiben. Nach Angaben der FBG ist geplant, nach und nach weitere eigene Gebäude sowie vermietete Immobilien mit Photovoltaik auszustatten. Bevor konkrete Projekte umgesetzt werden können, müssen jedoch die technischen Voraussetzungen der Gebäude geprüft werden. Auch die Klimakooperation Fischereihafen verzeichnet Fortschritte. Die vor drei Jahren von fünf Großunternehmen gegründete Initiative hat nach Angaben der Beteiligten zahlreiche weitere Betriebe zum Mitmachen bewegt. „Inzwischen gibt es mehr als 80 Photovoltaikanlagen im Fischereihafen“, berichtet David. Neben dem Ausbau erneuerbarer Energien arbeitet die Klimakooperation daran, Energie effizienter zu nutzen. Dazu gehört unter anderem die Nachnutzung von Abwärme aus Produktionsanlagen.

Photovoltaik-Anlage, die im Jahr 2013 auf der Packhalle IX im Bremerhavener Fischereihafen errichtet wurde.