Forschungsschiff „Polarstern“ ist zurück

Das Forschungsschiff „Polarstern“ ist von einer mehrmonatigen Expedition in die Antarktis zurückgekehrt. Die Wissenschaftler haben mehr entdeckt als erwartet.

Nach 183 Tagen in der Antarktis ist das Forschungsschiff in seinen Heimathafen zurückgekehrt. Auf der letzten Etappe von Amsterdam nach Bremerhaven war Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) mit an Bord.
Nach der Ankunft in der Lloydwerft trug sich die Ministerin bei einem Empfang auf der Brücke des Schiffes in das Goldene Buch der Stadt Bremerhaven ein. Die Ministerin zeigte sich ziemlich begeistert von dem Schiff.
„Die ‚Polarstern‘ ist das bedeutendste Schiff unserer Forschungsschiffflotte“, sagte Bär. Und an Bremens ebenfalls anwesenden Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) gerichtet: „Ich bin schon beeindruckt von meinen Besuchen in Bremen und Bremerhaven. Mit der Weltraumtechnik und der Polarforschung wird eine große Bandbreite des Forschungsministeriums abgedeckt.“
Die Arbeit der Wissenschaftler an Bord der „Polarstern“ verändere das Verständnis für die Weltmeere. „Sie führt uns vor Augen, dass auch das Meereis der Antarktis vom Klimawandel betroffen ist. Das betrifft uns alle“, so die Politikerin.
Dorothee Bär dankte den Forschern und Besatzungsmitgliedern sowie dem Alfred-Wegener-Institut (AWI) für ihre Arbeit. „Wir haben Kräfte im Bundestag sitzen, die den Klimawandel leugnen. Insofern ist es wichtig, dass wir die Wissenschaft weiter voranbringen“, sagte sie.
„Deutschland ist ganz vorne in der Meeresforschung dabei“, sagte die Ministerin. „Damit wir auch zukünftig mit internationalen Partnern Spitzenforschung betreiben können, wird die Polarstern ab 2030 von ihrem Nachfolgeschiff, der ‚Polarstern II‘, abgelöst werden.“ Der Bau soll im kommenden Jahr beginnen. Die Kosten sind mit 1,2 Milliarden Euro veranschlagt.
Bei der jüngsten Expedition der „Polarstern“ hatten Wissenschaftler den Rückgang des Meereises untersucht. Dafür wurde die Meereisdicke entlang einer Strecke von 4.400 Kilometern mithilfe von Hubschraubern sowie eines Eisbrechers untersucht.
„Das Schiff ist rappelvoll mit Daten zurückgekehrt“, sagte AWI-Direktor Dr. Hajo Eicken. Und nicht nur das. So ist es der Besatzung gelungen, 100 bisher unbekannte Fische zu fangen und lebend mit nach Bremerhaven zu bringen. Die Tiere sollen nun weiter untersucht werden.
Ganz nebenbei wurde auch noch eine bisher völlig unbekannte Mini-Insel entdeckt. „Das ist etwas ganz Besonderes“, sagte Hajo Eicken. Mit dem Rückgang des Eises werden auch neue Landflächen sichtbar. Einen Namen hat die Insel bisher noch nicht. „Darüber entscheidet eine internationale Kommission“, sagte Eicken.
Auf der Rückfahrt hatte die „Polarstern“ zudem mehrere Studenten aus westafrikanischen Ländern mit an Bord genommen, die auf dem Schiff zum Thema Klimaforschung arbeiteten.
Die „Polarstern“ hat seit 1982 mehr als 150 Expeditionen unternommen. Dabei hat sie fast zwei Millionen Seemeilen zurückgelegt.

Die „Polarstern“ nach ihrer Expedition auf dem Weg von der Weser in die Bremerhavener Kaiserschleuse.