Radeln auf dem Bederkesaer See

Workout, Wochenendtrip oder Feierabend-Radelrunde: Der nächste Radfahr-Trend rollt übers Wasser. Ein einzigartiges Angebot im Landkreis Cuxhaven erobert ab dem Wochenende den See in Bad Bederkesa. Wasserfahrräder machen es möglich.

Die vier „NoBikes“, stylische Geräte mit Rahmen, Lenker und Pedalen auf zwei orangeroten Schwimmern, sind ein neues Angebot des Anbieters NoBoat Germany, das Bewegung und Natur auf Bad Bederkesas Wasserflächen auf ungewöhnliche Weise verbindet. Sven Bedürftig, Betreiber des Self-Service Kajakverleihs „Kayakomat“ auf dem Dobben, darf das ungewöhnliche Gefährt als Erster testen. Er steht noch einen Moment am Steg, die Hand am Lenker, als wolle er prüfen, ob dieses Gerät wirklich hält, was es verspricht. Dann setzt er den Fuß auf die Pedale, stößt sich vorsichtig ab – und plötzlich trägt ihn das Wasser. Erst etwas wackelig, fast tastend, doch schon nach wenigen Metern wird aus dem Zögern ein gleichmäßiger Tritt.

Der Antrieb ist eine Schraube, die durch Treten bewegt wird. „Fühlt sich an wie Radfahren“, sagt er und lacht, während sich hinter ihm eine schmale Spur über den Beerster See zieht ­– Bad Bederkesa wird auf Plattdeutsch „Beers“ genannt. „Das macht Spaß“, ist sein Urteil, nachdem er wieder festen Boden unter den Füßen hat. „Es ist leichter, als ich dachte. Das Rad liegt stabil auf dem Wasser, auch bei Wind und Wellen. Ich hätte den Sitz vorher justieren müssen, dann hätte ich mehr Tempo machen können“, bemerkt er noch mit Blick auf den Schnellspanner, mit dem die Sattelhöhe verstellt werden kann.

Franziska Homburg, die den Verleih gemeinsam mit ihrem Ehemann Dastin Homburg betreibt, erklärt, wie es funktioniert. „Gebucht werden die Wasserfahrräder vorab online – entweder über das Kontaktformular auf der Website oder per WhatsApp“, erläutert Franziska Homburg. Nach der Bezahlung im Voraus erhalten die Kunden alle weiteren Informationen digital: „Eine Videoeinweisung erklärt Handgriffe und Sicherheit, vor Ort lassen sich die Räder dann eigenständig per Zahlenschloss entsperren. Personal ist nicht erforderlich – das Konzept setzt vollständig auf Selbstbedienung.“ Das Angebot ist bislang einzigartig: „Wir überlegen, diese Wasserfahrräder später auch in Bremen und Otterndorf einzurichten, das Angebot in Bad Bederkesa ist aber bislang das erste und einzige in der Region.“

Geestlands Bürgermeisterin Gabi Kasten (CDU) lässt es sich nicht nehmen, einen Blick auf das neue Freizeitangebot zu werfen. „Wir freuen uns sehr, dass es jetzt gelungen ist, wieder ein Wassersport-Angebot auf dem Beerster See zu installieren“, sagt Gabi Kasten. „Es ist seit vielen Jahren ein großer Wunsch vieler Beerster und ihrer Besucher, am See wie früher auch auf das Wasser zu gehen. Ich denke, dem ehemaligen Tretboot-Verleih trauern noch viele Menschen hinterher, die Wasserfahrräder sind nun eine schöne Alternative.“

Wer einmal anders radeln und den Sprung aufs Wasser wagen möchte, sollte mindestens 1,30 Meter groß, aber nicht größer als 1,95 Meter sein und nicht mehr als 95 Kilogramm wiegen. Ein NoBike zum Mieten kostet 20 Euro für zwei Stunden, für drei Stunden zahlt man 25 Euro, wer sich vier Stunden jenseits des Ufers aufhalten möchte, zahlt 30 Euro.

Als weitere Angebote in Bad Bederkesa gibt es Flöße und Motorboote sowie den Kayak-Verleih. Die Flöße sind für bis zu acht Personen geeignet, mit einem 15-PS-Außenborder ausgestattet und somit führerscheinfrei. Die Flöße sind überdacht und bieten ausreichend Sitzmöglichkeiten und Stauraum, um gut ausgerüstet mit Proviant die öffentlichen Grillanleger am Hadelner Kanal anzusteuern. Alle Preise sowie die Kontaktmöglichkeiten zur Buchung der Flöße, Motorboote und Wasserfahrräder findet man auf der Internetseite www.noboatgermany.de.

Die Kayak-Mietstation bietet sowohl Solo- als auch Tandem-Kayaks sowie SUPs, buchbar über die Internetseite www.kayakomat.com/de.

Pedale statt Paddel: Fortbewegung mit Spritzfaktor. Sven Bedürftig ist der Erste, der dort Rad fährt, wo sonst nur Enten unterwegs sind.