Startseite Die Bremerhavener Kogge ist gerettet
Eine gute Nachricht hatte Dieter Petram zur „Tohopesate“ mitgebracht. Das Geld, um die Kogge „Ubena von Bremen“ wieder flottzumachen, kommt zusammen. 400.000 Euro waren zum Schluss noch offen. Zusammen mit Marc Dieckell hat der umtriebige Bremerhavener Unternehmer noch mal Spenden eingeholt. Er sei hanseatisch groß geworden, interessiere sich für die maritime Geschichte und habe eine lange Beziehung zur Kogge, erzählt Petram.
Auch beim „Tohopesate“-Fest, zu dem der Bremerhavener Verein Hanse-Koggewerft 100 Gäste in der Strandhalle begrüßte, wurde für die „Ubena von Bremen“ gesammelt.
Der Kogge-Verein musste SOS funken. Denn nach einer Havarie 2023 wurde das Schiff aus dem Wasser genommen und repariert. Die Versicherung übernahm die Reparaturkosten, doch neu entdeckte Schäden – gepaart mit neuen Vorschriften – machten einen umfangreicheren Werftaufenthalt erforderlich.
300.000 Euro waren bis dahin zusammengekommen. Nun ist auch der restliche Betrag gesichert. 700.000 Euro Spendengeld in so kurzer Zeit – das sei schon ein tolles bürgerli-
ches Engagement, freut sich Petram. Die Petram- und die Dieckell-Stiftung gehörten sowieso schon zu den Unterstützern, ebenso die Rönner-Gruppe, wo auf dem Gelände der Stahlbau Nord im Fischereihafen die „Ubena von Bremen“ repariert wird.
Schatzmeisterin Svenja Jürgens schrieb in ihren Jahresbericht: „Mein Dank gilt auch den vielen ehrenamtlichen Helfern, die an der Kogge arbeiten und damit viele Fremdleistungskosten ersparen.“ Der Kogge-Nachbau bekommt unter anderem einen neuen Kiel und eine fast neue Beplankung bis zum Deck. Seit diesem Monat gehen die Holzarbeiten weiter.
Die Mitglieder hoffen, dass ihr Schiff im Herbst ins Wasser gehoben werden kann, im kommenden Jahr wieder Gästefahrten möglich sind und die „Ubena von Bremen“ dann beim Bremerhavener Stadtjubiläum dabei ist. 1962 war in Bremen im Schlick der Weser das Wrack einer Kogge aufgetaucht.
Dieser einzigartige Fund gilt als das am besten erhaltene Handelsschiff des Mittelalters und ist heute im Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven zu sehen. Der Verein Hanse-Koggewerft wurde im Februar 1987 gegründet mit dem Ziel, eine Kogge auf Grundlage originalgetreuer Konstruktionspläne nachzubauen. Die „Ubena von Bremen“ hatte ihre Jungfernfahrt 1991.