Eisbrecher „Polarstern“ zum Nachbauen

Den Forschungs-Eisbrecher „Polarstern“ aus Bremerhaven gibt es ab sofort als Klemmbaustein-Set in über 3.000 Teilen. Der deutsche Lego-Mitbewerber „Blue Brixx“ hat vom Alfred-Wegener-Institut die Lizenz zum „klicken“.

Bremerhavens „Polarstern“ ist begehrt: Fans können den Forschungs-Eisbrecher des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) aus Bremerhaven nun mit Klemmbausteinen zusammenbauen. Die deutsche Antwort auf Lego, Blue Brixx, hat das Set „Polarstern“ mit über 3.000 Teilen herausgebracht.

Das Unternehmen hat sich 2018 im hessischen Flörsheim gegründet und macht seither dem Marktführer Lego Konkurrenz. Blue Brixx bietet Klemmbaustein-Sets hauptsächlich für Erwachsene an. „Die meisten unserer Bausätze wären für Kinder zu schwer“, erklärt Ross Michael Stevenson, der das Gesicht des Unternehmens bei Instagram & Co. ist. Dort bekommt er hautnah mit, wie die Community auf den neuen Bausatz reagiert, der seit gut einer Woche auf dem Markt ist. Über 16.000-mal wurde das Video angesehen, das Interesse ist da. „Die Reaktionen sind richtig gut und wir haben eine Community, die sehr penibel und genau ist“, weiß der Experte.

Das „Pro“-Set der Marke hat 3.722 Steine, kostet fast 200 Euro und hat die Lizenz vom AWI für die Nutzung des Namens Vertrieb bekommen. Speziell bedruckte Steine und hochwertige Aufkleber zeigen Logos und Schriftzüge wie am Original. Weil das AWI keine Spenden annehmen darf, gehen fünf Euro pro verkaufter „Polarstern“ an die Seenotretter.

„Unsere ,Polarstern‘ hat eine riesige Fangemeinde. Deshalb hatten wir immer Anfragen nach Modellen. Nun haben Fans endlich die Möglichkeit, sich intensiv mit der ,alten Dame‘ zu beschäftigen“, sagt eine Sprecherin. Die Zusammenarbeit mit Blue Brixx habe viel Spaß gemacht. „Auch wir freuen uns schon darauf, ein Modell der Polarstern zusammenzubauen“, so die AWI-Sprecherin.

Die Produktentwickler von Blue Brixx kommen aus ganz Deutschland und dürfen ihre Vorlieben in die Entwicklung einfließen lassen. „Generell kommen Fahrzeuge, Schiffe und Züge gut an“, weiß Stevenson.

Es gibt zum Beispiel auch die Wuppertaler Schwebebahn zum Nachbauen. Schiffe sind beliebt – ein Renner ist das größte Schiff der DGzRS-Flotte, die in Helgoland stationierte „Hermann Marwede“. Es gibt einen weiteren Seenotrettungskreuzer, Schlepper, Containerschiff sowie Motor- und Segelboote.

Viel Herzblut stecke auch in der Klemmbaustein-„Polarstern“, denn verwendet werden überwiegend reguläre – eckige – Klemmbausteine. Diese müssen so zusammengesetzt werden, dass es am Ende aussieht, wie das – eher runde – Original.

Der Bausatz hat sogar Stabilisatoren, die sich ausfahren lassen, und ein Loch im Rumpf, das der Haltung dient. „Aber man kann es als Moonpool interpretieren“, sagt der Fachmann.

Obwohl das Produkt erst eine Woche auf dem Markt ist, bekommt Stevenson erste Fotos vom fertigen Schiff. „Da wird auch mal nachts gebaut“, erklärt er. Es sei aber kein Hobby, das auf Geschwindigkeit ausgelegt ist. „Profis schaffen 300 Teile pro Stunde, Anfänger 100 bis 150“, weiß Stevenson. Es kann zwischen 12 und 37 Stunden dauern, bis die „Polarstern“ fertig ist. Das wäre vielleicht mal wieder ein Projekt für die Überwinterer der Neumayer III. Sie haben in der AWI-Station in der Antarktis 2012 ein Lego-Modell der Station gebaut.

Mit dem Bausatz erfüllt sich auch der Traum von Marcel Meurer, über den die NORDSEE-ZEITUNG 2020 berichtete. Als 20-Jähriger hatte der Mann aus Bergisch-Gladbach vor sechs Jahren mit 1.135 Teilen von Lego eine „Polarstern“ zusammengebaut und ins Netz gestellt.

Der junge Konstrukteur aus Nordrhein-Westfalen hatte eine Petition gestartet, damit Lego das Schiff ins Programm aufnimmt. Das klappte beim dänischen Platzhirsch nicht. Meurer wurde von der Erlebnis Bremerhaven GmbH nach Bremerhaven eingeladen, um der „Polarstern“ nach der Rückkehr von der großen MOSAiC-Expedition entgegenzufahren. Er hatte sie bis dato noch nie live gesehen.

Die „Polarstern“ gibt es jetzt auch als Klemmbaustein-Satz, lizensiert vom Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut.