Bremerhaven: Weit mehr als eine Autostadt

Wer denkt, ohne Auto gehe es in Bremerhaven nicht, liegt nur teilweise richtig. Tatsächlich wird inzwischen mehr als jeder zweite Weg zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Bus zurückgelegt. Das ist das Ergebnis der Mobilitätsbefragung 2025.

12.000 Haushalte aus Bremerhaven sowie den angrenzenden Gemeinden Wurster Nordseeküste, Schiffdorf und Loxstedt sowie den Städten Nordenham und Geestland wurden zu ihrem Verkehrsverhalten befragt. Der Endbericht liefert einen umfassenden Einblick in das Mobilitätsverhalten der Region.

Zwar bleibt das Auto das wichtigste einzelne Verkehrsmittel – vor allem dann, wenn Strecken länger werden oder Ziele außerhalb der Stadt liegen – doch im Alltag setzen viele Bremerhavener zunehmend auf Alternativen: Mehr als ein Fünftel aller Wege wird zu Fuß unternommen. Das Rad wird für 20 Prozent aller Wege genutzt, die öffentlichen Verkehrsmittel für 12 Prozent. Ein zentraler Grund dafür: Viele Strecken in Bremerhaven sind kurz. Einkäufe, Arztbesuche oder der Weg zur Arbeit finden häufig innerhalb der Stadt statt. Die Wahl des Verkehrsmittels hängt also stark vom Zweck ab – nicht von einer grundsätzlichen Entscheidung für oder gegen das Auto.

Insgesamt zeigen die Daten keinen radikalen Bruch, sondern einen Wandel im Verhalten der Menschen. Für die Verkehrsplanung sind diese Ergebnisse richtungsweisend. Sie zeigen: Bremerhaven ist weder reine Auto- noch Fahrradstadt, vielmehr eine Stadt im Übergang zu einem zunehmend flexiblen Mobilitätsverhalten.

Der zunehmende Ausbau von Radwegen und Fußinfrastruktur trifft auf reale Nutzung durch die Bremerhavener Bevölkerung. Der öffentliche Nahverkehr bleibt jedoch ein wichtiger Baustein und auch das Auto wird auf absehbare Zeit nicht ersetzbar sein. Die Herausforderung liegt künftig darin, dieses Nebeneinander sinnvoll zu organisieren.

Das Rad ist neben dem Auto ein wichtiges Verkehrsmittel in Bremerhaven.