Neuer Wasserlehrpfad vermittelt Naturwissen

Wann waren Sie das letzte Mal im Wald? Im Wasser-Werkswald Bramstedt hat ein neuer Lehrpfad eröffnet. Auf 1,5 Kilometern zeigt er, wie eng Trinkwasserschutz, Wald und Wildtiere zusammenhängen.

Zugegeben, Naturbildung kann trocken sein, auch beim Thema Wasser. Der neue Wald-Lehrpfad „Wasser – Wald – Wild“ im Wasser-Werkswald Bramstedt will das Gegenteil beweisen. Der Pfad sei einmalig in der Region, so Marcus Mende, Geschäftsführer des Wasserverbands Wesermünde. Der regionale Wasserversorger wolle mit dem Pfad das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit Wasser stärken und zugleich einen Ort für Naturerholung und -bildung bieten.

Der Wasserverband Wesermünde hat das Projekt über die Leader-Förderung der Regionalgruppe Wesermünde-Süd finanziert. Insgesamt hat die Planung und Umsetzung 55.000 Euro gekostet. Auch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung hat sich an den Kosten beteiligt.

Der Lehrpfad ist frei zugänglich und richtet sich an alle Interessierten. Besucher sollen beim Spaziergang erfahren, wie Trinkwasser entsteht, welche Bedeutung der 160 Hektar große Wald für den Schutz des Wasserhaushalts hat und warum der sorgfältige Umgang mit natürlichen Ressourcen wichtig ist.

Schon am Beginn der 1,5 Kilometer langen Route lockt eine Trinkwasserstation, an der die Qualität des heimischen Wassers selbst getestet werden kann. Anschließend geht es auf den Weg. Entlang der Strecke warten elf Stationen mit bebilderten Tafeln. Dabei werden verschiedene Themen vermittelt, etwa die Vielfalt heimischer Wildtiere, die Bedeutung von Totholz oder Maßnahmen zum Wasserschutz.

Entlang des Pfades kommt wohl jeder auf seine Kosten. Ein Barfußpfad wird besonders die jüngsten Besucher erfreuen, während die Eltern sich auf der großen hölzernen Hollywoodschaukel in der ruhigen Waldatmosphäre entspannen können. Auch ein Klangspiel regt die Sinne an: ähnlich wie bei einem Xylofon wird dabei durch das Schlagen von Klanghölzern hörbar, wie unterschiedliche Holzarten wie Birke, Douglasie oder Eiche klingen.

Rastmöglichkeiten gibt es auf dem Pfad zuhauf; mehrere Bänke, Unterstände und sogar eine gemütliche Liege laden zum Verweilen ein.

Der Höhepunkt wartet jedoch am Ende: In drei mit Matten ausgestatteten Holzhütten kann man sich für ein Nickerchen hinlegen oder bei gutem Wetter und mit ausreichend Mut sogar im Wald übernachten – mit der Chance, beim Aufwachen äsende Rehe zu entdecken. Ein Ausflug auf den neuen Lehrpfad lohnt sich also allemal.

Auf Wunsch bietet der Wasserverband Führungen über den Pfad sowie durch das anliegende Wasserwerk, das etwa 12.000 Haushalte versorgt. Wer erfahren möchte, woher das Wasser aus dem heimischen Wasserhahn kommt, kann dort die riesigen Filteranlagen, Wassertanks und Maschinen besichtigen und sich alles Wissenswerte von Experten wie Wassermeister Michael Majewski erklären lassen.

Einfach mal die Seele baumeln lassen: Marcus Mende, Geschäftsführer des Wasserverbands Wesermünde, freut sich über den neuen Lehrpfad.