Startseite Hochbetrieb auf der Heise Werft
Schon seit einigen Wochen werden zwei Schlepper bei der Heise-Werft umgebaut, die ein Unternehmen aus dem Unterweserraum von einer Hamburger Reederei erworben hat. Im Schwimmdock der Werft lag außerdem erstmals das Lotsenversetzboot „Weserlotse“. Inzwischen wurde das Boot wieder ausgedockt.
Den Platz im Dock hat das in Bremen liegende Pfannkuchenschiff „Admiral Nelson“ eingenommen. Seit dem vergangenen Wochenende werden zudem das Hafenrundfahrtenschiff „Geestemünde“ sowie die Personenfähre „Guntsiet“ auf der Werft überholt und für die kommende Saison vorbereitet.
Die inzwischen 63 Jahre alte Weserfähre „Guntsiet“ soll ab Karfreitag, 3. April, wieder ihren Dienst aufnehmen. Bis zu neun Mal täglich bringt sie dann maximal 120 Gäste und Fahrradfahrer von Brake aus auf die längste Flussinsel Europas, die elf Kilometer lange Weserinsel Harriersand.
Die Heise Werft befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Sieghold Werft, die 1988 geschlossen wurde. Kurz darauf gründete Karl-Werner Heise Ende der 1980er-Jahre den heutigen Betrieb an diesem Standort im Fischereihafen.
Im Jahr 2018 musste das Unternehmen Insolvenz anmelden. Ein Jahr später übernahm der Wilhelmshavener Unternehmer Claus Philipp, Eigner der Rudolph Schulze GmbH, den Betrieb. Zu den Kunden der Werft zählen seit jeher Reedereien, Industriebetriebe aus verschiedenen Branchen sowie Unternehmen aus dem Bereich Wasserbau.
Seit 2014 gehört die Heise Werft zur Colcrete-Gruppe aus Rastede. Das Traditionsunternehmen ist seit mehr als 160 Jahren im Wasserbau tätig. In Bremerhaven war Colcrete unter anderem mit dem Rückbau der Nordmole im Jahr 2022 beauftragt.
Mit der Übernahme der Heise Werft sicherte sich die Gruppe zugleich eine eigene Reparaturmöglichkeit für ihre Schiffsflotte. Diese wird regelmäßig von den Mitarbeitern der Werft instand gehalten und gewartet.
Die Heise Werft hat sich vor allem auf Schiffsreparaturen sowie Instandsetzungs- und Umbauarbeiten spezialisiert. Im Mittelpunkt stehen häufig maßgeschneiderte Lösungen für technische Anforderungen, die sich nicht ohne Weiteres von der Stange erfüllen lassen – je komplizierter, desto spannender.
„Bei uns ist jeder Job anders“, sagt Betriebsleiter Jan Stoll. „Wir machen eigentlich nie zweimal das Gleiche.“ Auf der Werft werden nahezu alle Arbeiten ausgeführt – mit Ausnahme der Motorenwartung. Für diese Fälle arbeitet das Unternehmen mit spezialisierten Betrieben zusammen, auch direkt in Bremerhaven. Die kurzen Wege im Fischereihafen erweisen sich dabei als Vorteil.
Für die Arbeiten stehen der Werft nicht nur die 220 Meter lange Ausrüstungskaje für Schiffe mit bis zu sieben Metern Tiefgang zur Verfügung, sondern auch mehrere Werkstätten. Sie stammen noch aus der Zeit der früheren Sieghold Werft und werden weiterhin genutzt.
Seit zwei Jahren gehört außerdem ein eigenes Schwimmdock zur Ausstattung des Betriebs. Das 33 Meter lange und 19 Meter breite Dock trägt den Namen „Wilhelmina“ und wurde von der Volkswerft in Stralsund erworben. Es verfügt über eine Hebekraft von 800 Tonnen. Heute sorgt es dafür, dass auch direkt an der Kaje der Heise Werft Schiffe aus dem Wasser gehoben und umfassend überholt werden können.