Startseite Jungunternehmer tüfteln im ttz an Hefegebäck
Julio Arreola schneidet behutsam seine Conchas auf. Das traditionelle, süße Gebäck aus Mexiko sieht hübsch aus und schmeckt ziemlich lecker. Es ist eine Art Hefebrötchen, fluffig-leicht und mit einer knusprigen, zuckrigen Kruste überzogen. „Die Conchas haben wir hier sehr vermisst“, erzählt Florian Arreola. Weil sie glauben, dass dieser Geschmack überzeugen wird, haben die beiden zusammen mit Maximo Solis in Bremen die Bäckeria gegründet.
Seit 2024 tüftelt das Trio neben den regulären Jobs an seinem Produkt und geht nun beim Technologie-Transfer-Zentrum (ttz) und seinem First in Bremerhaven den nächsten Schritt. Die ersten größeren Chargen ihrer Conchas werden produziert.
Die drei Gründer mit deutsch-mexikanischen Wurzeln und ihr Start-up sind ein Paradebeispiel für die Arbeit des First. Das First ist eine Art Startrampe für neu gegründete und etablierte Unternehmen aus der Lebensmittelbranche im Land Bremen.
Sie finden in Bremerhaven die unterschiedlichsten Maschinen und Anlagen, um ihre Produkte zu optimieren und in Kleinserie zu produzieren: alles das, was in der heimischen Küche oder im Labor nicht mehr möglich wäre.
Das ttz-Team unterstützt mit seiner Expertise aus der Lebensmitteltechnologie. „Wir kommen aus der Bäckereitechnologie“, sagt Benjamin Küther vom ttz. Deshalb ist es auch First-Mitarbeiter Dennis Fehner, der mit dem nächsten Blech duftender Conchas um die Ecke kommt.
„Das erinnert mich an meine Heimat.“ Und: „Ich fühle mich in den Mexiko-Urlaub zurückversetzt.“ Darüber, dass Messebesucher vor kurzem beim Probieren ihnen dieses Feedback gegeben haben, strahlen die drei noch heute. Sie wollten keine Manufaktur aufbauen, sondern haben von Anfang an größer gedacht. „Wir richten uns zunächst ganz gezielt an Gastro- und Hotelbetriebe“, berichtet Florian Arreola. Vielleicht liegen die Conchas außerdem eines Tages im Verbrauchermarkt.
Die vorbereiteten Teiglinge aus dem Tiefkühler holen, kurz aufbacken, fertig. „Das Handling sollte sehr einfach sein“, sagen sie mit Blick auf die anvisierte Kundschaft. Ein Convenience-Premium-Produkt, ohne künstliche Farbstoffe oder anderen Firlefanz. Conchas seien in Mexiko zwar ein Massenprodukt, aber es gebe sie nicht als TK-Ware, sagen die Gründer.
Eine Herausforderung für die Conchas-Fans war, eine gleichbleibende Qualität sicherzustellen. Drei Geschmacksrichtungen für die Kruste bieten sie an: Vanille, Schoko und Matcha.
„In Mexiko werden Conchas zu jeder Tag- und Nachtzeit gegessen“, sagt Florian Arreola. Sie hoffen nun, dass auch deutsche Kunden den mexikanischen Snack mittags als Dessert oder zum Kaffee am Nachmittag mögen, vielleicht mit Eis oder morgens eingetunkt in Kakao. Die Kleinserie geht jetzt an Partner, die die Conchas ausprobieren wollen. Das Gebäck hat etwa die Größe eines großen Brötchens und lässt sich in Portionen klein schneiden. Von oben ist das Muschel-Muster deutlich zu sehen. Florian Arreola: „Concha heißt übersetzt Muschel.“
Das First in Bremerhaven
Das First ist ein Angebot an Food-Firmen aus Bremerhaven und Bremen, ob gerade gegründet oder schon etabliert. Sie können sich in den Räumen in einer ehemaligen Packhalle im Fischereihafen in Bremerhaven, Am Baggerloch 3, einmieten und dort ihr Produkt optimieren sowie kleinere Serien davon produzieren, wenn es für eine eigene Produktionsstätte noch zu früh ist. Erfahrene Lebensmittel-Experten von Technologie-Transfer-Zentrum (ttz) stehen mit Rat und Tat zur Seite.
Im Technikum stehen unter anderem Geräte für die Fermentation, für die Proteinverarbeitung, zum Abfüllen, Mischen und Verpacken zur Verfügung. Kontakt: Benjamin Küther (bkuether@ttz-bremerhaven.de)