Schiffdorf plant großes Gewerbegebiet an der A27

Platz für die Ansiedlung großer Firmen: Die Gemeinde Schiffdorf will ein riesiges Gewerbegebiet an der Autobahnabfahrt Debstedt erschließen – mithilfe professioneller Projektmanager.

Das Vorbild heißt Wurster Nordseeküste. Die Gemeinde profitiert von der veränderten Weltlage und dem Ausbau des Militärflugplatzes in Nordholz. Denn plötzlich sind auch die Gewerbeflächen, die die Kommune rund um den Airport ausgewiesen hat, richtig gefragt.

Für Schiffdorfs Bürgermeister Henrik Wärner (CDU) ein gutes Beispiel dafür, wie sich ein langer Atem bei der Ausweisung von Gewerbegebieten auszahlt. Der junge Verwaltungschef der Stadtrandgemeinde hat von Beginn seiner Amtszeit an zu einer „Gewerbeoffensive“ geblasen.

Der Grund: Schiffdorf zählt zwar zu den Spitzenreitern bei den Einkommenssteuer-Einnahmen, bei den Gewerbesteuern aber liegt die Gemeinde ganz hinten.

Bislang gibt es am Stadtrand nur das Gewerbegebiet in Spaden, vorwiegend mit großen Einzelhändlern, meist Filialen von Konzernen, die einen Teil ihrer Steuern anderswo lassen. Daneben existiert noch das kleine Gewerbegebiet südlich der Kreisstraße 58, in dem bislang vor allem der erfolgreiche Schiffsausrüster Odin seinen Sitz hat.

Das soll sich nun ändern. An der Autobahnabfahrt Debstedt – im Dreieck zwischen der A27, der Landesstraße 120 und dem Dorf Wehden – soll ein Gewerbegebiet entstehen, das größer ist als alle bisherigen Gewerbegebiete in der Gemeinde zusammen. 65 Hektar, mit direkter Autobahnanbindung.

Ein Gebiet, das gefragt sein wird, wenn man sich die Entwicklungen in Cuxhaven (Windkraft) und Bremerhaven (Militärhafen) so anschaut, ist Wärner überzeugt. „Die Elbe-Weser-Region ist eine Zukunftsregion. Weil wir dort leben, wo die Energie produziert wird. Wir werden hier bald einen Überschuss an grünem Strom haben“, betonte der Bürgermeister.

Die Entwicklung dieses Projektes überlässt die Gemeinde nun den Experten von der Niedersächsischen Landgesellschaft (NLG). Das hat der Gemeinderat jetzt einstimmig beschlossen. Die NLG soll in den nächsten zwölf Monaten ein Nutzungskonzept und eine Wirtschaftlichkeitsberechnung für das Gewerbegebiet vorlegen. Inklusive der Betrachtung der Fördermittel, die bei einer Ausweisung fließen könnten.

Schließlich wird das Projekt teuer. Für den Ankauf der Flächen und die Erschließung des Gebietes rechnet die Gemeinde mit Kosten in zweistelliger Millionenhöhe. Allerdings werde man das Gebiet nicht in einem Rutsch, sondern Schritt für Schritt erschließen, so Wärner.