Hochschule modernisiert ihre Studiengänge

Für Professor Alexis Papathanassis beginnt die zweite Amtszeit als Rektor der Hochschule Bremerhaven. Die Hochschule will wachsen und ihr Studienangebot optimieren.
  1. Nachhaltiges Wachstum: „Dazu gehört, dass man das vorhandene Studienangebot kritisch betrachtet und verbessert“, sagt Papathanassis. An der Hochschule Bremerhaven nehmen die Einschreibungen leicht zu. Zurzeit studieren um die 3000 junge Leute in der Küstenstadt. Zielzahl laut aktuellem Wissenschaftsplan 2030 sind 3600 Studenten. Dass es in deutschen Städten immer teurer wird zu studieren oder der Zugang zu den Hochschulen in Nachbarländern schwieriger wird, könnte für Studienorte wie Bremerhaven eine Chance sein, meint der Rektor.
  2. Modernisierung und Optimierung von Studiengängen: Ein großes Thema für ihn. In seiner ersten Amtszeit standen die Bachelorstudiengänge im Fokus, jetzt sollen die Masterangebote folgen. „Ich glaube, da drin steckt eine Menge Potenzial“, so Papathanassis. Erste Ergebnisse würden sich bereits zeigen.
  3. Promotionsrecht: Das wurde gemeinsam mit der Hochschule Bremen vorangetrieben. Es würde die Attraktivität beim Wissenschaftsnachwuchs erhöhen. Bisher können Master-Absolventen im Land Bremen nur an Universitäten promovieren, also den Doktorgrad erlangen. „Wir verlieren Talente“, steht für Papathanassis fest. Dabei seien auch die Fachhochschulen sehr stark in der angewandten Forschung, und sie würden Themen bedienen, die Unis nicht bedienen. Papathanassis: „Man muss in der Lage sein, schnell in die Umsetzung des Wissens zu kommen, um mit anderen Ländern mitzuhalten.“
  4. Internationalisierung: Nur darüber ließen sich demografische Entwicklung und Fachkräftemangel auffangen, ist der alte und neue Rektor überzeugt. Die Hochschule Bremerhaven hofft zum Beispiel, mit einem internationalen Master in BWL (Betriebswirtschaftslehre) im Ausland zu punkten und Studenten anzulocken. Es geht aber auch darum, wie sich die Hochschule in anderen Ländern bekannt macht und wie den Bewerbungsprozess und das Ankommen für ausländische Studenten erleichtern kann.
  5. Künstliche Intelligenz (KI): Die Künstliche Intelligenz hat den Hochschulalltag schon verändert und wird es in Zukunft weiter tun. Papathanassis möchte Räume entwickeln, wo sich Studenten und Hochschulangehörige austauschen, sich gegenseitig Anwendungsbeispiele vorstellen und voneinander lernen können. Daraus könne sich eine Art KI-Anwendungssystem entwickeln, so die Idee im Rektorat.

Und was ist mit neuen Studiengängen? Zuletzt war die Bremerhavener Hochschule damit sehr erfolgreich. Soziale Arbeit und Physician Assistent wurden aufgebaut. „Gerne, aber …“. könnte die Antwort beginnen. Ideen gäbe es, zum Beispiel in der Verknüpfung von Ernährung, Gesundheit und Lebensmittel. Ernährungsberatung wäre interessant, ebenso Physiotherapie. Doch mit zusätzlichem Geld vom Land Bremen kann der Rektor nicht rechnen. Wenn, dann muss die Bremerhavener Hochschule das aus vorhandenen Ressourcen stemmen. Zum Glück bestehe innerhalb des Kollegiums dazu Bereitschaft, freut sich der wiedergewählte Rektor.