Startseite Flächentausch in Cuxhaven wird Hafen verändern
„Der Bund hat sich dazu bekannt, am Standort Cuxhaven festzuhalten. Er möchte das hochmoderne Mehrzweckschiff hier liegen haben“, erklärte Oberbürgermeister Uwe Santjer. Zuvor wurden die Fraktionsvorsitzenden aus dem Rat der Stadt in die neuesten Entwicklungen eingeweiht.
Die Suche nach einem geeigneten Liegeplatz führte zu einer Lösung, die zunächst kompliziert klingt, aber allen Beteiligten Vorteile bringt. Die Lösung heißt: Fährhafen. Dort, wo heute die Helgolandfähre und kleine Sportboote liegen, soll ein neuer Versorgungshafen für das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) entstehen. Das Problem: Der Fährhafen gehört Niedersachsen Ports, das WSA braucht aber Bundesflächen.
Im Fährhafen soll in den kommenden Jahren eine neue Landfläche von 183 Metern Länge und 80 Metern Breite aufgeschüttet werden. An der dortigen Nordmole sollen vier Liegeplätze entstehen: für die neue „Neuwerk“, die alte „Neuwerk“, den Seenotrettungskreuzer der DGZRS und ein Tagesschiff. Hinzu kommen ein neuer Bauhof mit Werkstätten und Tonnenlagerung. „Cuxhaven wird größer“, kommentierte Uwe Santjer schmunzelnd.
Damit der Flächentausch funktioniert, musste ein dritter Partner ins Spiel kommen: die Stadt Cuxhaven. Denn Niedersachsen Ports hätte mit dem Kugelbake-Hafen, den das WSA im Gegenzug abgeben würde, wenig anfangen können. Die Stadt sprang ein und erfüllt sich damit einen lang gehegten Wunsch. Was genau mit dem Hafen geschehen soll, ließ Santjer bewusst offen. Als Biotop, als Bade-Meer, als Teil im Rahmen einer möglichen Landesgartenschau – „vieles ist möglich“. Im Gegenzug erhält Niedersachsen Ports hafennahe Ausgleichsflächen von der Stadt.
Ein weiterer Baustein der Lösung: Der Steinumschlag, der bislang am Kugelbake-Hafen stattfindet, wird in den Neuen Fischereihafen verlegt. „Auf einem Areal neben der Firma Machulez“, präzisierte Holger Barnik, Geschäftsführer von Niedersachsen Ports. Für die etwa zwölf bis fünfzehn Sportboote, die in der Saison im Fährhafen liegen, werden Alternativlösungen gesucht.
Die zeitliche Dimension des Projekts ist gewaltig. „Da reden wir eher über einen Zeitraum von sechs, sieben Jahren“, sagte Marcel Thies zur Gesamtdauer. Die Planungsphase ist von 2026 bis 2030 angesetzt, die Bauphase von 2030 bis 2033.
Problem: Die neue „Neuwerk“ soll bereits im vierten Quartal 2027 in Dienst gestellt werden. Also lange bevor der neue Versorgungshafen fertig ist. Als Interimslösung ist die Seebäderbrücke vorgesehen.
Bevor die Planung beginnt, muss der Ringtausch rechtlich fixiert werden. Eine Absichtserklärung ist in Vorbereitung, die politischen Gremien müssen zustimmen. Eine öffentliche Beteiligung sei fest eingeplant. Alle Alternativstandorte seien geprüft worden, versicherte der Oberbürgermeister.