Startseite Forschungsschiff erhält „grünen“ Antrieb
Der finnische Antriebsspezialist Steerprop hat von der Kieler Werft TKMS einen weiteren Auftrag für das neue deutsche Forschungsschiff „Polarstern 2“ erhalten. Mit der Lieferung von zwei SP 40 TT ARC-Tunnelstrahlrudern für den Seitenschub ergänzt das Unternehmen die bereits bestellten Hauptantriebe und stellt damit das vollständige Antriebspaket für den Neubau.
„Steerprops integrierter Antriebsansatz und ihre Fähigkeit, die strengen Anforderungen an Eisklasse und Lärmschutz zu erfüllen, machten sie zum idealen Partner“, sagte Yngvar Frodell, Projektleiter bei TKMS.
Die neue „Polarstern“ ist ein Forschungseisbrecher, der für den ganzjährigen Einsatz in Polarregionen konzipiert ist und fortschrittliche Technologien an Bord hat. Wilde verweist auf das nachhaltige Konzept. Dazu gehören ein leistungsstarker Hybridantrieb; das neue Schiff könnte auch „grünes“ Methanol als Treibstoff einsetzen. Abgas-Schadstoffe würden bis an die Grenze des heute Machbaren reduziert; das Schiff sei leise unterwegs. Der blaue Umweltengel ist beantragt.
Die wissenschaftliche Ausrüstung ist besonders. Die neue „Polarstern“ soll eine multidisziplinäre Forschungsplattform mit modernsten Geräten an Bord, darunter Helikopter, Drohnen und Tauchroboter. Wilde: „Wir kaufen das Schiff all inclusive.“ Es wird über einen „Moonpool“ verfügen, eine geschützte Öffnung im Schiffsrumpf, wo Geräte ins Wasser gelassen werden können. Ebenfalls neu ist die Möglichkeit, tief in den Meeresboden zu bohren.
Das neue Forschungsschiff wird eine höhere Eisbrechleistung besitzen als seine Vorgängerin. Damit kann es in Gebiete vordringen, in denen das Eis für die bisherige „Polarstern“ zu dick ist. Es soll mit 1,80 Meter dickem Eis plus 20 Zentimeter Schneelast zurechtkommen. In Hamburg laufen derzeit Versuche, um den Schiffsrumpf für seine Aufgaben weiter zu optimieren.
Die „Polarstern 2“ entsteht am TKMS-Standort in. Finanziert wird der Bau durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Am AWI in Bremerhaven begleitet eine rund 20-köpfige Projektgruppe den Neubau. Sie überwacht die Planung und achtet darauf, dass alle wissenschaftlichen Anforderungen in die detaillierte Konstruktionsphase einfließen. Das rund 160 Meter lange Schiff soll ab 2027 für Expeditionen in Arktis und Antarktis eingesetzt werden. Heimathafen ist Bremerhaven.
„Ein zuverlässiger, leiser und effizienter Antrieb ist für unsere Forschungsmissionen unerlässlich, insbesondere in den sensiblen Ökosystemen der Polarregionen“, erklärte Detlef Wilde, Projektleiter am AWI.
Das Antriebssystem erhält seine Energie von vier Wärtsilä-Hauptmaschinen mit insgesamt 33 Megawatt Leistung. Zwei Aggregate können auch mit grünem Methanol betrieben werden. Ein Batteriesystem erlaubt zudem zeitweise emissionsfreien Betrieb.