Container: Bremerhaven erobert Marktanteile

Ein gutes Jahr geht an der Bremerhavener Stromkaje zu Ende. Der Umschlag ist an den Containerterminals gestiegen, Bremerhaven hat Marktanteile zurückerobert.

Obwohl das Jahr sich dem Ende zuneigt, liegen die Umschlagzahlen für das abgelaufene Jahr in Bremerhaven noch nicht vor. Auch Eurogate gibt die Zahlen für den Containerumschlag an der Stromkaje noch nicht preis. Das Umschlagunternehmen äußert sich erst, wenn die Gesellschafter ihre Quartalsabschlüsse veröffentlicht haben. Und das haben die BLG und die Hamburger Eurokai noch nicht gemacht. Die aktuellsten Zahlen sind die zum dritten Quartal.

Aber die Tendenz an den Containerterminals ist deutlich, sie zeigt stramm nach oben. „Das Geschäftsjahr 2025 war bislang durchweg positiv für Eurogate und den Standort Bremerhaven“, sagt Unternehmens-Sprecher Steffen Leuthold.

Zehn Prozent betrug das Wachstum an den Bremerhavener Containerterminals in den ersten neun Monaten des Jahres. Und es gibt keinen Hinweis darauf, dass es nicht auch in den restlichen drei Monaten so geblieben ist.

Für Leuthold ist ein wesentlicher Treiber des Erfolgs die neue Gemini-Kooperation zwischen den Reedereien Maersk und Hapag-Lloyd. Die Allianz hat den North Sea Terminal Bremerhaven (NTB) am Nordende der Stromkaje zu einem von zwölf Schwerpunkthäfen in ihrem Netzwerk gemacht. Von hier aus werden die Container sternförmig zu anderen Häfen weitergeleitet. Das sorgte nicht nur am NTB für mehr Umschlag. Auch am Eurogate-Containerterminal Bremerhaven (CTB) kletterten die Zahlen nach oben.

Die Reederei MSC bleibt ein wichtiger Akteur an der Stromkaje trotz des Engagements in Hamburg, wo sie bei der „Hamburger Hafen und Logistik AG“ (HHLA) eingestiegen ist. Am MSC-Gate in Bremerhaven hat die Reederei den Umschlag besonders im ersten Halbjahr gesteigert.

Das habe auch damit zu tun, dass die Westhäfen wie Rotterdam und Antwerpen in Teilen des Jahres an ihre Leistungs- und Belastungsgrenzen gekommen sind, erläutert Leuthold. Der Umschlag verlagerte sich nach Bremerhaven, auch am CTB. „In Summe wird das Umschlagwachstum 2025 in Bremerhaven größer ausfallen als in den Westhäfen“, sagt der Eurogate-Sprecher. Das bedeute, dass Bremerhaven erstmals seit geraumer Zeit wieder Marktanteile zurückgewinne.

Vermutlich dürfte es tatsächlich gelingen, die Fünf-Millionen-Marke beim Umschlag am Jahresende zu erreichen oder zumindest an sie nah heranzukommen, wie es die BLG-Führung bereits vor anderthalb Jahren in Aussicht gestellt hatte.

Umschlag ist eine Sache, noch wichtiger ist das, was in der Kasse verbleibt. Am Ende des dritten Quartals konnte Eurogate das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr steigern. Wie in den Vorjahren sorgten längere Standzeiten bei den Containern auf den Terminals für zusätzliches Lagergeld.

Zudem brachte das Geschäft mit den Kühlcontainern Geld in die Kasse. Die Ergebnisse fallen besser als erwartet aus. Die von Trump angekündigten Zölle im Frühjahr hatten dazu geführt, dass zahlreiche Exporte vorgezogen wurden. „Die weltwirtschaftliche Entwicklung präsentierte sich in den ersten neun Monaten robuster als erwartet“, heißt es in dem Eurokai-Bericht. Aber die allgemeine Unsicherheit bleibe.